Curicaueri ist Gott der Purépecha-Überlieferung.
Höchster Gott, dessen Tempelfeuer nie erlöschen durfte. Das Reichsfeuer von Michoacán symbolisiert die enge Bindung zwischen Herrschaft und Kult bei den Purépecha.
Curicaueri ist der höchste Gott sowie die Feuer- und Sonnengottheit der Purépecha, der Tarasken, in Michoacán. Er legitimierte die Herrscherdynastie, und sein Kult stützte sich auf beständig genährte Feuer in den Tempeln und auf Brandopfer.
Sein sichtbares Zeichen waren die Feuer auf den Tempelplattformen, den yácatas; gedacht wurde er oft im Bild des jungen Adlers, der zur Sonne aufsteigt. Die wichtigste Quelle ist die frühkoloniale Relación de Michoacán.
Typ: Höchster Gott, Feuer- und Sonnengottheit, Reichs- und Ahnengott
Herkunft: Michoacán, Reich der Purépecha (Tarasken)
Texte: vor allem die Relación de Michoacán
Zeitraum: vorspanisch bis zur frühen Kolonialquelle um 1540
Erscheinung: Feuer- und Sonnengott, oft als junger Adler gedacht
Die Überlieferung reicht aus vorspanischer Zeit bis zur frühen Kolonialquelle: Die Relación de Michoacán entstand um 1540.
Michoacán im Westen Mexikos, das Reich der Purépecha oder Tarasken, das dem Aztekenreich lange widerstand.
Mäßig: Die Purépecha-Religion hinterließ weniger Quellen als die aztekische; die Relación de Michoacán ist die wichtigste Grundlage der Forschung.
Purépecha: Der Name Curicaueri wird mit dem großen Feuer oder mit dem Aufflammen verbunden. Er benennt damit genau das, was im Kult sichtbar war: die lodernden, ständig genährten Feuer der Tempel.
Erscheinung
Curicaueri wird als Feuer- und Sonnengott gedacht, oft im Bild des jungen Adlers, der zur Sonne aufsteigt. Sein sichtbares Zeichen sind die Feuer in den Tempeln und auf den Plattformen, den yácatas.
Wirkung
Als höchster Gott sichert er Herrschaft, Sonne und Kriegsglück. Seine Gegenwart zeigt sich im lodernden Tempelfeuer, das die Krieger vor Feldzügen nährten; das Feuer galt als Nahrung des Gottes.
Die wichtigsten Aspekte des Reichsgottes auf einen Blick.
Reichs- und Ahnengott der herrschenden Dynastie der Purépecha in Michoacán, eng mit der Sonne und dem Adler verknüpft.
Herrscherhaus, Reich und Krieger: Curicaueri legitimierte die Dynastie und begleitete die Feldzüge des taraskischen Staates.
Kein festes Kultbild im Vordergrund: Der Gott zeigt sich im Tempelfeuer selbst und im Bild des jungen Adlers, der zur Sonne aufsteigt.
Höchster Gott von Feuer, Sonne, Krieg und Herrschaftslegitimation; das ständig genährte Feuer verband alle vier Bereiche.
Ständiges Nähren der Tempelfeuer mit gesammeltem Brennholz und Brandopfer, besonders reich vor Kriegszügen; das Feuer durfte nicht erlöschen.
In Sonnen- und Kriegsrolle der aztekische Huitzilopochtli, als Feuer- und Zentrumsgott Xiuhtecuhtli, als beständiges heiliges Feuer Atar.
Der Name Curicaueri wird mit dem großen Feuer oder mit dem Aufflammen verbunden. Curicaueri ist der Reichs- und Ahnengott der herrschenden Dynastie der Purépecha und eng mit der Sonne und mit dem Adler verknüpft. Seine wichtigste Quelle ist die frühkoloniale Relación de Michoacán, die um 1540 entstand.
Anders als die aztekische Religion mit ihren reichen Bildcodices hinterließ die Religion der Purépecha nur wenige Quellen; vieles, was über Curicaueri bekannt ist, beruht auf dieser einen Schrift. Sie zeichnet das Bild eines Staates, der sein politisches Zentrum um einen Feuergott ordnete: Das Sammeln von Brennholz für seine Feuer war Dienst am Gott und am Reich zugleich.
Curicaueri ist außerhalb der Mesoamerikanistik wenig bekannt, da die Purépecha-Religion weniger Quellen hinterließ als die aztekische. Die Relación de Michoacán ist die Hauptgrundlage der Forschung.
Religionswissenschaftlich zeigt Curicaueri Feuer als Reichs- und Herrschaftssymbol: Das ständig genährte Tempelfeuer verband Sonne, Krieg und dynastische Legitimation. Er ist ein eigenständiges Beispiel dafür, wie ein Volk sein politisches Zentrum um einen Feuergott ordnet.
Quellenfest ist das ständige Nähren der Tempelfeuer: Die Purépecha sammelten Brennholz und hielten in den Tempeln Feuer in Gang, denen Curicaueri innewohnte. Vor Kriegszügen wurden die Feuer besonders reich mit Holz genährt, und es wurden Brandopfer dargebracht. Das Feuer galt als Nahrung des Gottes und durfte nicht erlöschen; sein Verlöschen hätte den Bruch zwischen Dynastie, Reich und Gott bedeutet.
Als höchster Feuer- und Sonnengott entspricht Curicaueri dem aztekischen Huitzilopochtli in seiner Sonnen- und Kriegsrolle und dem Feuer- und Zentrumsgott Xiuhtecuhtli; als beständig genährtes heiliges Feuer steht er dem persischen Atar nahe. Im Westen Mexikos bietet sich zudem der Blick auf Tatewari an, das Großvater-Feuer der benachbarten Huichol, dessen Zeremonialfeuer ebenfalls nicht erlöschen darf.
Wer waren die Purépecha?
Ein vorspanisches Reich in Michoacán, auch Tarasken genannt, das lange dem Aztekenreich widerstand.
War Curicaueri ein Sonnengott?
Er verband Feuer, Sonne und Krieg und war zugleich der höchste Reichs- und Ahnengott.
Wie wurde Curicaueri verehrt?
Vor allem durch ständig genährte Tempelfeuer und Brandopfer, besonders vor Feldzügen.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Feuergott der Tarasken und höchster Gott der Purépecha zeigt Curicaueri, wie ein ganzes Reich an einer Flamme hing: Solange seine Tempelfeuer brannten, galten Sonne, Krieg und Dynastie als gesichert.
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