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Kalku, der Hexer im Bund mit den wekufe

Kalku ist Dämon der Mapuche-Überlieferung.

Er verkehrt mit den wekufe und beschwört finstere Diener.

DämonMapuche

Inhaltsverzeichnis

Kalku, Dämon der Mapuche-Überlieferung
Kalku

Kalku ist der böse Hexer oder die Hexe der Mapuche in Süd-Chile und Argentinien, das dunkle Gegenstück zur heilkundigen Machi. Mit schwarzer Magie, dem Kalkutun, verkehrt er mit den bösen Geistern, den wekufe, und beschwört dienstbare Wesen wie den Anchimayen und den Chonchon, um gezielten Schaden anzurichten.

Im Kern ist der Kalku ein lebender Mensch, meist eine Frau, doch als Vermittler zur Geisterwelt gehört er fest zur Totengeist- und Geisterwelt der Mapuche. Seine Kräfte bezieht er aus Träumen und Visionen, und die Rolle wird häufig vererbt. Auch eine Machi, die aus Gewinnstreben die Ordnung des Admapu bricht, kann zum Kalku werden.

Auf einen Blick: Kalku

Typ: Böser Hexer oder Hexe, dunkles Gegenstück zur heilkundigen Machi
Herkunft: Mapuche-Religion Süd-Chiles und Argentiniens
Texte: Ethnografische und mythologische Übersichtswerke, vor allem Latcham und Guevara
Zeitraum: Mapuche-Religion, von mündlicher Überlieferung bis in die moderne Rezeption
Erscheinung: menschliche Gestalt, meist als Frau beschrieben, verborgen und nächtlich wirkend

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Der Glaube an den Kalku gehört zur Mapuche-Religion und ist vor allem in Ethnografie und mythologischen Übersichtswerken greifbar, weniger in datierten Einzeltexten.

Verbreitungsraum

Die Mapuche-Gebiete Süd-Chiles und Argentiniens.

Quellenlage

Gut: vor allem die frühen ethnografischen Arbeiten von Latcham und Guevara.

Name und Varianten

Mapudungun: Der Begriff Kalku, spanisch Calcu geschrieben, stammt aus dem Mapudungun und wurde seinerseits aus dem andinen Puquina entlehnt. Er bezeichnet den Gegenspieler der Machi, deren Name für die wohlwollende Heilerin und Schamanin der Mapuche steht.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Der Kalku tritt in menschlicher Gestalt auf, meist als Frau beschrieben, und wirkt verborgen und bei Nacht. Er verkörpert die Kehrseite der spirituellen Macht: Wo die Machi heilt, bricht der Kalku mit der Ordnung des Admapu und wird zum Symbol sozial gefürchteter Macht in Neid, Erbstreit und Landkonflikt.

Wirkung

Der Kalku manipuliert die wekufe für gezielten Schaden an persönlichen Feinden und Streitgegnern. Er setzt dienstbare Wesen ein, den Anchimayen als Diener und den Chonchon, den fliegenden abgetrennten Kopf, als Manifestation besonders mächtiger Kalku, und wird für Hexenwerk in Konflikten verantwortlich gemacht.

Steckbrief: Kalku

Die wichtigsten Aspekte des Hexers auf einen Blick.

Tradition

Böses Gegenstück zur Machi in der Mapuche-Religion Süd-Chiles und Argentiniens.

Bezogen auf

Persönliche Feinde und Streitgegner, gegen die gezielt Schaden gewirkt wird.

Darstellung

Menschliche Gestalt, meist als Frau beschrieben, verborgen und nächtlich wirkend.

Wirkungsbereich

Schwarze Magie, das Kalkutun, im Bund mit den wekufe und ihren Dienstgeistern.

Abwehrformen

Die heilkundige Machi als Gegeninstanz, dazu das Einhalten der Ordnung des Admapu.

Verwandtes

Anchimayen, sein Diener, und der strukturell verwandte Toyol des malaiischen Bomoh.

Vom Bruch mit dem Admapu zum gefürchteten Hexer

Der Begriff Kalku stammt aus dem Mapudungun, spanisch als Calcu wiedergegeben, und geht seinerseits auf das andine Puquina zurück. Er bezeichnet das Gegenstück zur Machi, der wohlwollenden Heilerin und Schamanin der Mapuche: Wo die Machi heilt und schützt, verkehrt der Kalku mit den wekufe, den bösen Geistern, und richtet mit deren Hilfe gezielten Schaden an.

Die Rolle ist meist weiblich und wird oft vererbt; ihre Kräfte beziehen Kalku aus Träumen und Visionen. Auch eine Machi kann zur Kalku werden, wenn sie aus Gewinnstreben die Regeln des Admapu, der überlieferten Ordnung der Mapuche, missachtet. Im Kern ist der Kalku ein lebender Mensch, doch als Vermittler zur Geisterwelt gehört er fest zur Totengeist- und Geisterwelt der Mapuche.

Der Hexer in Spiel und Erzählung

Der Kalku ist in moderner Populärkultur präsent, unter anderem in Videospielen, in denen er als Mapuche-Zauberer mit Anchimayen und Chonchon als Dienern auftritt; auch die Mapuche-Mythologie insgesamt wird in Animation und Fiktion aufgegriffen.

Religionswissenschaftlich ist der Kalku eine ambivalente Machtfigur der indigenen Mapuche-Kosmologie, ein Grenzfall zwischen Mensch und Geisterbeschwörer und Vermittler zur wekufe-Welt. Er bildet den negativen Pol gegenüber der Machi und ist fester Teil der Geister- und Totenweltvorstellung, obwohl im Kern menschlich.

Die Machi als Gegenmacht

Die zentrale Gegeninstanz zum Kalku ist die wohlwollende Machi, bei der Schutz und Heilung von Kalku-Schaden liegen; ihre Kräuter und Heilmittel, darunter Beifuß, gelten im Volksglauben als Schutz. Auch ein getragenes Amulett und Salz gelten als Abwehr gegen die schwarze Magie. Das Einhalten der Ordnung des Admapu grenzt den Kalku aus. Konkrete Anti-Kalku-Ritualdetails sind nur allgemein belegt, doch das Prinzip Machi gegen Kalku ist klar.

Hexer und Dienstgeister im Vergleich

Der Kalku entspricht dem allgemeinen Typus des Hexers oder der Hexe mit schwarzer Magie und Dienstgeistern. Eine direkte Strukturparallele ist der malaiische Bomoh, der Schamane, der einen Diener-Geist wie den Toyol bindet. Innerhalb der Mapuche-Welt steht der Kalku seinem eigenen Diener gegenüber, dem Anchimayen, den er beschwört, um Schaden zu wirken.

Häufige Fragen zu Kalku

Kalku oder Machi, was ist der Unterschied?

Die Machi ist die wohlwollende Heilerin und Schamanin der Mapuche, der Kalku ihr bösartiges Gegenstück, das schwarze Magie betreibt.

Woher kommt seine Macht?

Aus Träumen und Visionen und dem Umgang mit den wekufe; die Rolle wird oft vererbt und ist meist weiblich besetzt.

Welche Diener beschwört er?

Den Anchimayen als Diener und den Chonchon, den fliegenden abgetrennten Kopf, als Manifestation besonders mächtiger Kalku.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Latcham, Ricardo E.: La organización social y las creencias religiosas de los antiguos araucanos. Santiago 1924.
  • Guevara, Tomás: Las últimas familias i costumbres araucanas. Santiago 1913.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Mapuche-Hexer bleibt Kalku bis heute das dunkle Gegenstück zur Machi: Mit Calku schwarze Magie ist genau jenes Kalkutun gemeint, mit dem er die wekufe für seine Zwecke einspannt.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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