Die Glaistig ist Geist der keltischen Tradition.
Die grüne Frau, die das Vieh hütet und Männern gefährlich wird. Als grüne Hüterin der Highlands wacht die Glaistig der Überlieferung nach über Vieh und Weideland.
Die Glaistig ist ein ambivalenter Schutzgeist der schottischen Highlands, meist eine graue Frau in grünem Kleid mit langem gelbem Haar. Sie hütet Vieh und Haus, straft nachlässige Melkerinnen und kann Männern gefährlich werden.
Belegt ist sie vor allem durch die mündliche Überlieferung des 19. Jahrhunderts, gesammelt von John Gregorson Campbell in Argyll und auf den Inseln. Ihr galt ein realer Brauch: Jeden Abend wurde ihr ein Teil der Milch in ein Loch eines bestimmten Steins gegossen.
Typ: Ambivalenter Schutzgeist für Vieh und Haus
Herkunft: Gälische Highlands
Texte: John Gregorson Campbell, Sammlungen des 19. Jahrhunderts
Zeitraum: mündliche Überlieferung, aufgezeichnet im 19. Jahrhundert
Erscheinung: graue Frau in grünem Kleid mit langem gelbem Haar
Die Glaistig gehört der mündlichen Überlieferung der gälischen Highlands an; aufgezeichnet wurde sie im 19. Jahrhundert, vor allem von John Gregorson Campbell.
Die schottischen Highlands und Inseln; Campbell sammelte die Erzählungen in Argyll und auf den Hebriden.
Gute Quellenlage: Campbells Superstitions of the Highlands als Primärquelle, dazu Briggs und die Sammlung von John Francis Campbell.
Gälisch: Der Name kommt von glas, grau oder blassgrün, woher zugleich die graue Frau und die grüne Dame rühren. Ein Beiname ist maighdean uaine, grüne Jungfrau.
Erscheinung
In Campbells Primärquelle ist die Glaistig eine dünne, graue kleine Frau mit langem gelbem Haar bis zu den Fersen, grün gekleidet. Die verbreitete Darstellung als halb Frau, halb Ziege stammt aus späteren Nachschlagewerken; Campbell selbst wies sie als Irrtum zurück. Verlässlich sind langes gelbes Haar, grünes Gewand und graue Hautfarbe.
Wirkung
Die Glaistig ist echt ambivalent. Als gutartige Schutzgestalt ist sie an ein Gebäude oder einen Ort gebunden, hütet die Kühe, straft nachlässige Melkerinnen, kehrt und spinnt und nimmt Narren und schwache Menschen unter besonderen Schutz; Hunde mag sie nicht. In anderen Erzählungen hütet sie Rotwild oder lockt Männer durch Lied und Tanz in ihr Versteck. Diese Stränge sind verschiedene Traditionen, keine uniforme Kreatur.
Die wichtigsten Aspekte des Highland-Schutzgeistes auf einen Blick.
Schutzgestalt der gälischen Highlands zwischen Feenwelt und Mensch, an Orte und Gebäude gebunden und durch einen realen Milchbrauch geehrt.
Vieh und Haus, in einzelnen Strängen auch das Rotwild; Narren und schwache Menschen nimmt sie unter besonderen Schutz.
Dünne, graue kleine Frau mit langem gelbem Haar bis zu den Fersen, grün gekleidet; das Ziegenbild späterer Werke wies Campbell zurück.
Hütet Kühe, straft nachlässige Melkerinnen, kehrt und spinnt; in anderen Erzählungen lockt sie Männer durch Lied und Tanz in ihr Versteck.
Ein Teil der Milch wurde ihr jeden Abend in ein eigens bestimmtes Loch in einem Stein gegossen, den Clach na Glaistig.
Der Name der Glaistig kommt von gälisch glas, grau oder blassgrün; daher rühren zugleich die graue Frau und die grüne Dame, und ihr Beiname lautet maighdean uaine, grüne Jungfrau. Belegt ist sie vor allem durch die mündliche Überlieferung des 19. Jahrhunderts, die John Gregorson Campbell in Argyll und auf den Inseln sammelte.
Campbells Aufzeichnungen sind zugleich das Korrektiv der späteren Rezeption: Seine Primärquelle beschreibt eine dünne, graue kleine Frau in Grün, nicht das Mischwesen aus Frau und Ziege, das spätere Nachschlagewerke verbreiteten und das er ausdrücklich als Irrtum zurückwies. Die Erzählstränge der Viehhüterin, der Rotwild-Herrin und der gefährlichen Verführerin stehen dabei als verschiedene Traditionen nebeneinander.
Die Glaistig lebt in Tourismus und Erbe vor allem als grüne Dame der Burggeister weiter; in populären Nachschlagewerken dominiert das umstrittene Ziegen- und Satyrbild. In moderner Fantasy erscheint sie unter anderem als Glaistig Uaine.
Religionswissenschaftlich ist die Glaistig ein ambivalenter Schutzgeist zwischen Feenwelt und Mensch. Wichtige Klarstellungen: Die halb-Ziegen-Gestalt ist ein umstrittener Strang, den die Primärquelle ablehnt. Das Etikett Jagdgöttin ist moderne Deutung, kein volkstümlicher Titel. Und der blutsaugende Zug gehört eher der baobhan sìth.
Der Glaistig galt ein realer Brauch: Ein Teil der Milch wurde ihr jeden Abend in ein eigens dafür bestimmtes Loch in einem Stein gegossen, den Clach na Glaistig. Wer sie kränkt, verliert ihren Schutz. Die Legende von Ach-na-Creige erzählt, wie ein Hirtenjunge kochende Milch in den Stein goss, worauf sich die Glaistig die Zunge verbrannte, zornig ging und dem Hof ihren Schutz entzog.
Was ist eine Glaistig?
Ein ambivalenter Schutzgeist der schottischen Highlands, meist eine graue Frau in grünem Kleid mit langem gelbem Haar, die Vieh und Haus hütet.
Ist sie wirklich halb Ziege?
Das ist ein umstrittener Strang späterer Nachschlagewerke; Campbells Primärquelle lehnt dieses Bild ausdrücklich ab.
Wie ehrte man sie?
Indem man ihr jeden Abend einen Teil der Milch in ein Loch eines bestimmten Steins goss, den Clach na Glaistig.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Die Glaistig gilt als schottischer Viehschutzgeist und als grüne Frau der Highlands zugleich: eine Gestalt, deren Fürsorge für Herde und Haus ebenso überliefert ist wie ihre gefährliche Seite.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Sun Wukong, der Affenkönig der Reise nach Westen, ist Trickster und buddhistischer Schüler. Der R...

Umm al-Duwais, die verführerische Djinniya der Golf-Folklore. Herkunft, das Duft-Motiv und die re...

Striga, blutsaugender Nachtvogel der römischen Tradition. Urform der späteren Vampir- und Hexenfigur

Hotoru, der Windgeist und Atemgeber der Pawnee. Herkunft, die Hako-Zeremonie und die religionswis...

Peklenc, die slowenische Unterwelt- und Feuergestalt. Herkunft, die Einordnung als Pseudogottheit...

Umibōzu, der riesige schwarze Mönchskopf aus ruhiger See: Yōkai der Seeleute, Tokuzō-Legende, bod...