Die Gaʼan sind Geister der Apache-Überlieferung.
Wohlgesinnte Berggeister, verkörpert von den Crown Dancers.
Die Gaʼan, in einfacher Umschrift Gaan, auch Gan oder Mountain Spirits genannt, sind die Berggeister der Apache. Sie wohnen in heiligen Bergen und Höhlen des Südwestens und gelten als wohlgesinnte Schutz-, Heilungs- und Segensmächte.
Bei Zeremonien werden sie durch maskierte Tänzer verkörpert, die Crown Dancers. Aus Respekt vor der lebendigen Religion der Apache bleiben sakrale Einzelheiten auf dieser Seite bewusst ausgespart: Vieles ist geschütztes Zeremonialwissen und nicht für Außenstehende bestimmt.
Typ: Wohlgesinnte Berggeister, Schutz-, Heilungs- und Segensmächte
Herkunft: Überlieferung der Mescalero, Chiricahua und White Mountain Apache
Texte: mündliche Überlieferung, publizierte Ethnografie ab 1941
Zeitraum: mündliche Tradition bis in die lebendige Gegenwart
Erscheinung: maskierte Tänzer mit Kopfmaske und Kronenaufsatz
Die Überlieferung ist mündlich; publizierte Ethnografie liegt seit 1941 vor, als Morris E. Opler mit An Apache Life-Way den klassischen wissenschaftlichen Beleg vorlegte.
Der Südwesten der USA: Belegt sind die Gaʼan bei den Mescalero, Chiricahua und Western Apache.
Solide ethnografisch, allen voran Opler und Farrer; vieles bleibt jedoch bewusst geschützt, da es dem Zeremonialrecht unterliegt.
Apache: gáan, bei den östlichen Apache auch gaahe, die Berggeister. Die englischen Bezeichnungen Mountain Spirits und Crown Dancers beziehen sich auf die Geister und auf die Tänzer, die sie verkörpern.
Erscheinung
Die Gaʼan sind übernatürliche, wohlgesinnte Berggeister, die in heiligen Bergen und Höhlen wohnen. In der Zeremonie werden sie durch maskierte Tänzer mit schwarzer Kopfmaske und einem aufragenden, bemalten Holzkronen-Aufsatz sowie bemalten Körpern verkörpert; sie tragen Zeremonial-Stäbe. Meist sind es vier Tänzer für die Himmelsrichtungen und eine Sonderfigur, oft ein heiliger Narr.
Wirkung
Die Gaʼan sind Schutz-, Heilungs- und Segensmächte, die das Volk vor Krankheit und Unheil schützen. Zahlreiche Überlieferungen erklären ihre besondere Freundschaft zu den Apache; sie werden für Heilung und Segen angerufen.
Die wichtigsten Aspekte der Berggeister auf einen Blick.
Berggeister der Apache im Südwesten Nordamerikas, belegt bei Mescalero, Chiricahua und Western Apache; die Zeremonien werden bis heute lebendig gepflegt.
Das Apache-Volk: Die Gaʼan schützen vor Krankheit und Unheil und werden für Heilung und Segen angerufen.
Maskierte Tänzer mit schwarzer Kopfmaske und aufragendem, bemaltem Holzkronen-Aufsatz; meist vier Tänzer für die Himmelsrichtungen und eine Sonderfigur.
Schutz, Heilung und Segen; zahlreiche Überlieferungen erklären die besondere Freundschaft der Gaʼan zu den Apache.
Zeremonien wie die Sunrise-Zeremonie mit nächtlichen Tänzen am Feuer; Aufführung und Detailwissen unterliegen dem Zeremonialrecht.
Strukturell verwandt sind maskierte Geistverkörperungen anderer Völker des Südwestens, etwa die Katsinam der Hopi und Pueblo, eine eigenständige Religion.
Apache gáan, bei den östlichen Apache auch gaahe, sind die Berggeister; die englischen Bezeichnungen Mountain Spirits und Crown Dancers beziehen sich auf die Geister und auf die Tänzer, die sie verkörpern. Belegt sind die Gaʼan bei den Mescalero, Chiricahua und Western Apache.
Klassischer wissenschaftlicher Beleg ist Morris E. Oplers An Apache Life-Way von 1941 über die Chiricahua. Die öffentlich beschreibbare Ebene bleibt dabei bewusst begrenzt: Aufführung, Masken, Gesänge und Detailwissen unterliegen dem Zeremonialrecht und sind nicht für Außenstehende bestimmt.
Außerhalb der Gemeinschaft werden die Gaʼan oft als Crown Dance fotografisch und folkloristisch verkürzt dargestellt; die Mescalero pflegen die Zeremonie bis heute lebendig. Kommerzialisierte oder touristische Darstellungen werden von Apache-Vertretern teils kritisch gesehen.
Religionswissenschaftlich sind die Gaʼan solide ethnografisch belegt, doch bleibt die öffentlich beschreibbare Ebene bewusst begrenzt, da vieles geschütztes Zeremonialwissen ist. Wichtige Klarstellungen: Devil Dancers ist eine abwertende koloniale Fehlbezeichnung, die Gaʼan sind wohlgesinnte Schutzgeister, keine Dämonen; sie sind keine Götter, sondern Geistwesen; und sie sind nicht mit den Pueblo-Katsinam zu vermengen.
Zentral ist die naʼiiʼees, die Sunrise-Zeremonie, die viertägige Mädchen-Initiation zur Frau, vor allem bei den Mescalero; die Gaʼan- und Crown-Tänze finden dabei typischerweise nachts am Feuer statt. Weitere Anlässe sind Heil- und Segenszeremonien. Aufführung, Masken, Gesänge und Detailwissen unterliegen dem Zeremonialrecht und sind nicht für Außenstehende bestimmt; deshalb werden hier bewusst keine sakralen Einzelheiten ausgeführt.
Innerhalb des Südwestens erinnern die Gaʼan strukturell an die maskierten Geistverkörperungen anderer Völker, etwa die Katsinam der Hopi und Pueblo; es ist eine verwandte Typologie, aber eine eigenständige Religion, nicht gleichzusetzen. Allgemein gehören die Gaʼan zum Typus maskierter Berggeister als Schutzmächte. Als Bergmächte anderer Kulturen stehen ihnen der japanische Yama-no-Kami, der tibetische Berggott Machen Pomra und der ostafrikanische Hochgott Ngai zur Seite.
Wer sind die Gaʼan?
Die wohlgesinnten Berggeister der Apache, die in heiligen Bergen wohnen und Schutz und Heilung bringen.
Was sind die Crown Dancers?
Maskierte Tänzer mit Kronenaufsatz, die bei Zeremonien die Gaʼan verkörpern.
Ist Devil Dance eine richtige Bezeichnung?
Nein. Das ist eine abwertende koloniale Fehlbezeichnung; die Gaʼan sind keine Dämonen, sondern wohlgesinnte Schutzgeister.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Die Gaʼan, oft schlicht Apache Berggeister genannt, gehören mit ihren Crown Dancers zu den lebendigsten Gestalten indigener Religion Nordamerikas; ihre sakrale Tiefe bleibt dabei bewusst dort, wo sie hingehört, bei den Apache selbst.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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