Der Ghillie Dhu ist Geist der gälischen Tradition Schottlands.
Der scheue Birkenhüter, der verirrte Kinder heimführt. Ghillie Dhu erscheint in den Highlands als gütige Waldgestalt, deren Verhalten gegenüber Menschen der weitere Text beschreibt.
Ghillie Dhu ist ein scheuer, gütiger Waldgeist der schottischen Highlands mit dunklem Haar, gekleidet in Laub und Moos. Als Hüter der Bäume, besonders der Birken, ist er freundlich zu Kindern und verteidigt den Wald durch Rückzug statt durch Rache.
Zu Hause ist er in den Nordwest-Highlands, besonders in den Birkenwäldern bei Gairloch. Die Überlieferung gehört ins späte 18. Jahrhundert und wurde von Osgood Hanbury Mackenzie schriftlich festgehalten; gesehen wird der Ghillie Dhu nur in der Dämmerung oder nachts.
Typ: Solitärer Wald- und Baumhüter, besonders der Birken
Herkunft: schottische Highlands, Birkenwälder bei Gairloch
Texte: Highland-Überlieferung des späten 18. Jahrhunderts, schriftlich bei Mackenzie
Zeitraum: spätes 18. Jahrhundert
Erscheinung: scheuer, dunkelhaariger Waldgeist, gekleidet in Laub und Moos
Die Überlieferung gehört in die schottischen Highlands des späten 18. Jahrhunderts; schriftlich festgehalten wurde sie von Osgood Hanbury Mackenzie.
Die Nordwest-Highlands, besonders die Birkenwälder bei Gairloch; die Überlieferung ist örtlich eng begrenzt.
Örtlich eng begrenzt, aber gut dokumentiert: Mackenzies Erinnerungen, Briggs‘ Feen-Lexikon und Campbells Sammlung der Highland-Erzählungen.
Schottisch-Gälisch: aus gille, Diener oder Bursche, und dubh, dunkel oder schwarz: der dunkle Bursche, bezogen auf das dunkle Haar. Von seiner Kleidung aus Laub und Moos leitet sich der Begriff Ghillie-Suit für den Tarnanzug ab.
Erscheinung
Die Kleidung aus Laub und Moos macht den Ghillie Dhu zum lebendigen Teil des Birkenwaldes, zur Tarnung und Verschmelzung mit der Natur. Dunkles Haar und Nachtaktivität kennzeichnen ihn als scheues, dämmerungsgebundenes Wesen.
Wirkung
Der Ghillie Dhu beschützt den Wald, besonders die Birken, vor Eindringlingen, ist aber gegenüber Kindern gütig: Er tröstet verirrte Kinder und führt sie sicher aus dem Wald. Anders als die meisten Waldgeister ist er nicht gefährlich und strafend; seine Abwehr ist Scheu und Rückzug, nicht Rache. Die Bindung an die Birke, in keltischer Symbolik der Baum der Reinigung und des Neubeginns, prägt sein Wesen als sanfter Baumhüter.
Die wichtigsten Aspekte des Birkenhüters auf einen Blick.
Einzelfee der keltisch-gälischen Sphäre der Aos Sí, des Feenvolks der schottischen Highlands.
Vor allem Kinder, denen gegenüber er gütig ist; daneben Eindringlinge, vor denen er seinen Birkenwald bewahrt.
Scheuer, dunkelhaariger Waldgeist im Kleid aus Laub und Moos, der nur in der Dämmerung oder nachts erscheint.
Hüter der Bäume, besonders der Birken bei Gairloch; verirrte Kinder tröstet er und geleitet sie sicher aus dem Wald.
Keine Abwehrrituale überliefert; angemessen sind Respekt vor dem Birkenwald und höfliches Verhalten nach der Highland-Feen-Etikette.
Die bekannteste Erzählung berichtet vom verirrten Mädchen Jessie Macrae, das der Ghillie Dhu tröstete und sicher aus dem Wald geleitete. Sie zeigt den Geist in seiner Kernrolle: als gütigen Hüter, der gerade den Schwächsten hilft, die sich in seinem Wald verlieren.
Eine zweite Überlieferung erzählt, dass Sir Hector Mackenzie um 1800 mit fünf bewaffneten Herren eine nächtliche Jagd auf den Ghillie Dhu veranstaltete, ihn aber nicht fand; danach wurde er nicht mehr gesehen. In der Erzählung gilt die Jagd als frevelhafter Übergriff: Der Wald verlor seinen Hüter nicht durch dessen Bosheit, sondern durch die der Menschen.
Der Ghillie Dhu ist ein fester Bestandteil der schottischen Highland-Folklore und der regionalen Identität um Gairloch und namensgebend für den Ghillie-Suit, den Tarnanzug aus Laub und Fasern. In modernen Fantasy- und Rollenspiel-Bestiarien erscheint er als sanfter Waldschützer.
Religionswissenschaftlich ist der Ghillie Dhu ein solitärer, gütiger Baum- und Waldhüter, der Wächter eines konkreten Birkenwaldes, und ein kinderfreundlicher Schutzgeist. Eine Klarstellung ist wichtig: Er ist untypisch für den Waldgeist-Komplex, denn ihm fehlt die sonst übliche Straf- und Verführungsseite; er verteidigt den Wald durch Rückzug, nicht durch Rache.
Die Überlieferung ist hier dünn: Es sind keine ausgeprägten Abwehr- oder Opferrituale gegen den Ghillie Dhu überliefert, gerade weil er als gütig und ungefährlich galt. Sinnvoll im Sinn der allgemeinen Highland-Feen-Etikette sind Respekt vor dem Birkenwald, kein mutwilliges Beschädigen der Bäume und höfliches Verhalten. Der Ghillie Dhu ist eher zu schützen als sich vor ihm zu schützen; die Jagd Sir Hectors gilt in der Erzählung als frevelhafter Übergriff.
Der Ghillie Dhu entspricht dem Green Man, dem Laubgesicht und Vegetationsgeist des britischen Raums, und dem deutschen Waldschrat, dem Schrat. Er gehört zur keltisch-gälischen Sphäre der Aos Sí, des Feenvolks, als Einzelfee; aus der skandinavischen Überlieferung steht ihm die Huldra als Waldwesen zur Seite.
Ist der Ghillie Dhu gefährlich?
Nein, er gilt als scheu und gütig, besonders kinderfreundlich; er verteidigt den Wald durch Rückzug, nicht durch Rache.
Welchen Baum hütet er?
Vor allem die Birke in den Wäldern bei Gairloch, in keltischer Symbolik den Baum der Reinigung und des Neubeginns.
Woher kommt der Ghillie-Suit?
Vom Tarnkleid aus Laub und Moos, das der Ghillie Dhu trägt; der Tarnanzug ist nach ihm benannt.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als schottischer Waldgeist und Hüter der Birken zeigt der Ghillie Dhu die sanfte Seite des Feenvolks: ein Wesen, das seinen Wald nicht durch Rache verteidigt, sondern durch Scheu, und verirrten Kindern den Weg nach Hause weist.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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