Grannus ist Gott der gallischen Tradition.
Heilendes Feuer und warme Quellen, von Grand bis Aachen. Grannus ist der gallische Heil- und Feuergott, dessen doppelte Zuständigkeit die folgenden Abschnitte darstellen.
Grannus ist ein gallischer Gott der Heilquellen und des heilenden, wärmenden Feuers, der in der römischen Kaiserzeit weithin verehrt wurde. Die Römer setzten ihn mit Apollon gleich; seine Kultorte lagen an warmen Quellen und Thermen, unter anderem im heutigen Aachen.
In zahlreichen gallo-römischen Weihinschriften erscheint er als Apollo Grannus. Kultzentren waren das Heiligtum von Grand in Lothringen und die warmen Quellen von Aquae Granni, dem heutigen Aachen, dessen antiker Name auf ihn zurückgeht.
Typ: Heilender Sonnen- und Feuergott, mit Apollon gleichgesetzt
Herkunft: Gallien, einheimischer keltischer Gott
Texte: zahlreiche Weihinschriften der gallo-römischen Kaiserzeit
Zeitraum: gallo-römische Kaiserzeit
Erscheinung: jugendlicher Heil- und Sonnengott nach dem Bild Apollons
Gallo-römische Kaiserzeit: Grannus ist durch zahlreiche Weihinschriften bezeugt, in denen er als Apollo Grannus erscheint.
Gallien, Rheinland und Donauraum, besonders die Kultzentren Grand in Lothringen und Aquae Granni, das heutige Aachen.
Gut: epigraphisch reich belegt; erschlossen über Miranda Greens Lexikon und Maximilian Ihms Studie zum Kult des Apollo Grannus.
Gallisch: Grannus, ein einheimischer keltischer Göttername; er wird mit Wärme und Glut in Verbindung gebracht. In den Weihinschriften erscheint der Gott als Apollo Grannus, und der antike Name Aachens, Aquae Granni, geht auf ihn zurück.
Erscheinung
Grannus wird über die Gleichsetzung mit Apollon als jugendlicher Heil- und Sonnengott gedacht. Seine Symbolik verbindet das wärmende, heilende Feuer mit dem heilenden Wasser der Quellen; er steht für Gesundung durch Wärme und Licht.
Wirkung
Grannus heilt: An seinen warmen Quellen und Thermen suchten Kranke Genesung. Er verbindet die Kraft von Feuer und Sonne mit der des heilenden Wassers und galt als Spender von Gesundheit und Wärme.
Die wichtigsten Aspekte des Heilgottes auf einen Blick.
Einheimischer keltischer Gott Galliens, in der Kaiserzeit über die interpretatio romana mit Apollon gleichgesetzt.
Heilungsuchende an Quellen und Thermen: Pilger suchten Genesung in Aquae Granni und im Heiligtum von Grand.
Jugendlicher Heil- und Sonnengott nach dem Bild Apollons, verbunden mit warmem Quellwasser und innerem Feuer.
Gesundung durch Wärme und Licht: heilende Quellen, Thermen und die Kraft von Feuer und Sonne.
Quellheiligtümer mit Weihinschriften und Votivgaben; häufig gemeinsam mit der Quellgöttin Sirona verehrt.
Der Heil- und Sonnengott Apollon durch die römische Gleichsetzung; daneben andere keltische Heilgottheiten der Quellen.
Grannus ist ein einheimischer keltischer Gott, der in zahlreichen gallo-römischen Weihinschriften als Apollo Grannus erscheint. Sein Name wird mit Wärme und Glut in Verbindung gebracht.
Kultzentren waren das Heiligtum von Grand in Lothringen und die warmen Quellen von Aquae Granni, dem heutigen Aachen, dessen antiker Name auf ihn zurückgeht. Verehrt wurde er weit darüber hinaus in Gallien, im Rheinland und im Donauraum, überall dort, wo warmes Wasser und Heilsuche zusammenkamen.
Grannus ist durch die reiche Inschriftenüberlieferung gut erforscht und für die Stadtgeschichte Aachens von Bedeutung, dessen antiker Name Aquae Granni auf ihn zurückgeht. In der breiten Öffentlichkeit ist er wenig bekannt.
Religionswissenschaftlich zeigt Grannus die keltische Verbindung von Feuer, Sonne und heilendem Wasser in einer Heilgottheit. Seine Gleichsetzung mit Apollon ist ein Musterbeispiel für die interpretatio romana, die einheimische Götter mit römischen gleichsetzte.
Quellenfest sind die Heiligtümer an warmen Quellen, an denen Weihinschriften und Votivgaben niedergelegt wurden. Pilger suchten Heilung in den Thermen von Aquae Granni und im Heiligtum von Grand. Häufig wurde Grannus gemeinsam mit der Quellgöttin Sirona verehrt, was den Doppelbezug auf Feuer und Wasser unterstreicht. Eine literarische Notiz bringt auch den Kaiser Caracalla mit einer Anrufung des Grannus in Verbindung, doch bleibt dies unsicher.
Grannus entspricht durch die römische Gleichsetzung dem Heil- und Sonnengott Apollon; als Gott heilender Wärme und Quellen steht er anderen keltischen Heilgottheiten nahe und verbindet, ähnlich wie manche Feuergottheiten, das Feuer mit Licht und Heilung. Innerhalb der keltischen Feuersphäre berührt sich sein wärmendes Feuer mit dem irischen Feuernamen Aed und der Feuer- und Herdgöttin Brigid.
Wer war Grannus?
Ein gallischer Gott der Heilquellen und des heilenden Feuers, der von den Römern mit Apollon gleichgesetzt wurde.
Was hat er mit Aachen zu tun?
Der antike Name Aachens, Aquae Granni, geht auf Grannus und seine warmen Quellen zurück.
Mit wem wurde er verehrt?
Häufig gemeinsam mit der Quellgöttin Sirona, was Feuer und Wasser im Kult verbindet.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als gallischer Heilgott führt Grannus zusammen, was Feuer und Heilquellen der Kelten verbindet: Wärme, Licht und Wasser als Weg der Gesundung, greifbar bis heute im antiken Namen Aachens.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Gorgone mit Schlangenhaar und versteinerndem Blick, Dämon der griechischen Mythologie. Perseus, v...

Der Tonttu, der finnische Haus- und Saunageist. Herkunft, die Sauna-Etikette und die religionswis...

Der Green Man: Blattgesicht mittelalterlicher Kirchen & Maibrauch-Figur. Herkunft des Motivs, For...

Strigoi, der untote Blutsauger Rumäniens und Kern der Vampir-Vorstellung. Herkunft, die Typen viu...

Upiór, der blutrünstige Untote der Slawen und sprachliche Wurzel des Vampirs. Herkunft, das Motiv...

Der Mul Gwishin, koreanischer Geist Ertrunkener, der Badende in die Tiefe zieht. Herkunft, die Wa...