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Oreaden, Nymphen der Berge und Grotten

Die Oreaden sind Geister der griechischen Tradition.

Scheue Bergnymphen, Gefährtinnen der Artemis auf der Jagd.

Inhaltsverzeichnis

Oreaden, die Bergnymphen der Griechen
Oreaden

Die Oreaden sind die Bergnymphen der griechischen Mythologie: Nymphen der Berge und Grotten, die Artemis auf der Jagd begleiten. Jede von ihnen ist an einen konkreten Berg oder eine Grotte gebunden; bekannte Beispiele sind Echo und Kyllene.

Schon Hesiod nennt in der Theogonie die Berge als anmutige Wohnsitze der göttlichen Nymphen, die in den Bergschluchten wohnen. Als Gruppe erscheinen die Oreaden bei Homer, Vergil und in der späteren Mythografie; einzelne werden nach ihrem Berg benannt.

Auf einen Blick: Oreaden

Typ: Bergnymphen, eine Untergruppe der Nymphen
Herkunft: Griechischer Kulturraum
Texte: Hesiods Theogonie, Homer, Vergil, spätere Mythografie
Zeitraum: Hesiod bis späte Mythografie
Erscheinung: junge, schöne Frauengestalten an Berg und Grotte

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Die Belege reichen von Hesiod bis in die späte Mythografie: Schon die Theogonie kennt die Nymphen der Berge, als Gruppe erscheinen die Oreaden bei Homer und Vergil.

Verbreitungsraum

Der griechische Kulturraum; einzelne Oreaden sind an konkrete Berge gebunden, etwa Kyllene an den gleichnamigen Berg in Arkadien.

Quellenlage

Gut belegt: Der Nymphenkult ist breit dokumentiert, dazu kommen die literarischen Quellen von Hesiod bis Ovid und die Studie von Larson.

Name und Varianten

Griechisch: Von altgriechisch óros, Berg, kommt Oreiás, Plural Oreiádes, die zum Berg Gehörigen, latinisiert Oreaden. Sie sind eine Untergruppe der Nymphen; einzelne werden nach ihrem Berg benannt.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Die Oreaden sind junge, schöne Frauengestalten, halb-göttlich und langlebig, aber nicht unbedingt unsterblich. Jede ist an einen konkreten Berg oder eine Grotte gebunden.

Wirkung

Als Gefährtinnen der Artemis auf der Jagd sind die Oreaden mit Herden, Quellen, Höhlen und der Wildnis des Gebirges verbunden. Echo, bei Ovid eine Bergnymphe, und Kyllene, verbunden mit dem Berg Kyllene in Arkadien, sind bekannte Beispiele.

Steckbrief: Oreaden

Die wichtigsten Aspekte der Bergnymphen auf einen Blick.

Kulturkontext

Untergruppe der griechischen Nymphen, seit Hesiods Theogonie bezeugt; dort gelten die Berge als anmutige Wohnsitze der göttlichen Nymphen.

Zuständig für

Die Wildnis des Gebirges mit Herden, Quellen und Höhlen, dazu die Begleitung der Artemis auf der Jagd.

Darstellung

Junge, schöne Frauengestalten an Berg und Grotte, halb-göttlich und langlebig, aber nicht unbedingt unsterblich.

Funktion

Jede Oreade gehört zu ihrem Berg oder ihrer Grotte; einzelne wie Kyllene tragen den Namen ihres Berges.

Kult

Verehrung über den allgemeinen Nymphen- und Artemis-Kult mit Nymphaia, Quell- und Höhlenheiligtümern und Votivgaben.

Verwandtes

Dryaden und Hamadryaden der Bäume, Najaden der Quellen; außergriechisch die albanischen Zana und die südslawischen Vila.

Von Hesiods Bergschluchten zu Echo und Kyllene

Von altgriechisch óros, Berg, kommt Oreiás, Plural Oreiádes, die zum Berg Gehörigen, latinisiert Oreaden. Schon Hesiod nennt in der Theogonie die Berge als anmutige Wohnsitze der göttlichen Nymphen, die in den Bergschluchten wohnen; als Gruppe erscheinen die Oreaden bei Homer, Vergil und in der späteren Mythografie.

Einzelne Oreaden werden nach ihrem Berg benannt: Kyllene gehört zum Berg Kyllene in Arkadien. Die bekannteste Gestalt des Typus ist Echo, die bei Ovid als Bergnymphe auftritt. So bleibt die Gruppe als Ganzes namenlos, während einzelne Nymphen über ihren Berg oder ihre Geschichte Kontur gewinnen.

Nachleben und Einordnung

Oread ist Namensgeber für ein Fantasy- und Rollenspiel-Wesen; die Dichterin Hilda Doolittle betitelte 1914 ein bekanntes imagistisches Gedicht Oread.

Religionswissenschaftlich sind die Oreaden scheue, im Kern harmlose Naturgeister; Gefahr besteht nur bei Missachtung heiliger Orte. Drei Klarstellungen: Oreade ist keine einzelne Göttin, sondern ein Typus. Echo wird oft als bloße Personifikation des Nachhalls verkürzt, ist mythologisch aber eine Bergnymphe. Und die Oreaden sind nicht mit den männlichen Berggöttern, den Ourea, zu verwechseln.

Nymphenkult an Quelle und Grotte

Der Nymphenkult ist gut belegt: Nymphaia, Quell- und Höhlenheiligtümer und Votivgaben bezeugen die Verehrung. Ein spezifisch abgegrenzter Oreaden-Kult ist als solcher nicht eigenständig belegt; die Verehrung lief über den allgemeinen Nymphen- und Artemis-Kult. Das ist ehrlich festzuhalten. Wer sich den Bergnymphen nähern wollte, tat es also dort, wo alle Nymphen zu Hause waren: an Quelle, Grotte und Heiligtum.

Schwestern der Bäume und Quellen

Die Oreaden stehen neben den Dryaden und Hamadryaden der Bäume und den Najaden der Quellen. Außergriechisch sind ihnen die albanischen Zana und die südslawischen Vila verwandt; auch die georgische Berggestalt Dali gehört in diese Nachbarschaft weiblicher Bergwesen. Ihr männliches Gegenstück sind die Ourea, die Berggötter.

Häufige Fragen zu den Oreaden

Was sind die Oreaden?

Die Bergnymphen der griechischen Mythologie, Gefährtinnen der Artemis, an Berg und Grotte gebunden.

Ist Oreade eine einzelne Göttin?

Nein. Es ist ein Typus, keine einzelne Gestalt; einzelne Oreaden wie Echo oder Kyllene tragen eigene Namen.

Sind die Oreaden dasselbe wie die Ourea?

Nein. Die Oreaden sind Bergnymphen, die Ourea die männlichen Berggötter der griechischen Urzeit.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Larson, Jennifer: Greek Nymphs. Myth, Cult, Lore. Oxford 2001.
  • Hesiod: Theogonie. 8. Jahrhundert v. Chr.
  • Ovid: Metamorphosen, Buch 3. 1. Jahrhundert.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als griechische Bergnymphen und Gefährtinnen der Artemis stehen die Oreaden für die belebte Wildnis des Gebirges: keine großen Göttinnen, sondern die stillen Bewohnerinnen von Berg und Grotte.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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