Iktomi (Lakota Ikto oder Iktomi) ist der Spinnen-Trickster der Lakota-Tradition, eine moralisch ambivalente Wesensgestalt, die zugleich Schöpfer, Störer, Lehrer und Narr ist. Mit der großen Iktomi-Erzählungsklasse zählen die Lakota zu den faszinierendsten Trickster-Mythologien Nordamerikas.
Iktomi, der Lakota-Trickster, ist eine zentrale Gestalt der nordamerikanischen Indianer-Tradition.
Iktomi gehört zur weiten Klasse der nordamerikanischen Trickster-Wesen. Innerhalb der Lakota-Theologie ist er einer der höchsten wakan-Aspekte, allerdings nicht in der naiv-erhabenen Weise der oberen Vier (Sonne, Bewegende Energie, Erde, Stein), sondern als chthonisch-ambivalente Figur, die mit den niederen wakan-Aspekten verbunden ist. Sword (in den James-Walker-Texten) zählt ihn zur Gruppe der Wakan kuya, der untergeordneten heiligen Wesen.
Religionswissenschaftlich ist Iktomi der paradigmatische Trickster: ein Wesen, das gleichzeitig Schöpfer-Funktionen hat (er wird in einigen Erzählungen als Schöpfer des Menschen oder als Lehrer der ersten Kultur-Praktiken dargestellt) und gleichzeitig Störer-Funktionen (er belügt, betrügt, stiehlt, vergewaltigt, führt herein, mit teilweise verheerenden Konsequenzen). Diese Doppelnatur ist von Paul Radin in der klassischen Studie The Trickster (1956) als Grundstruktur aller indigenen amerikanischen Trickster-Wesen beschrieben worden.
Strukturell vergleichbare Wesen in anderen indigenen Traditionen sind der nordamerikanische Coyote, der raben-ähnliche Trickster der Nordwestküsten-Völker, der Hase-Trickster der südöstlichen Stamme, der westafrikanische Anansi (ebenfalls eine Spinne!), und der germanische Loki. Die starke strukturelle Konvergenz zwischen Iktomi und der west-afrikanischen Anansi-Tradition (beide Spinnen-Trickster) hat manche Religionswissenschaftler zu Spekulationen über genetische Verbindungen veranlasst, für die es allerdings keine historischen Belege gibt, wahrscheinlich handelt es sich um konvergente Entwicklungen.
Der Lakota-Name Iktomi bedeutet wortwörtlich Spinne. Die Verkleinerungsform Iktomi entspricht etwa dem deutschen Spinnchen oder Spinnerlein. Diese sprachliche Reduzierung der Trickster-Gestalt ist semantisch wichtig: Iktomi ist nicht eine großartige, ehrfurchtgebietende Figur, sondern eine kleine, listige, oft komische Wesensgestalt.
In den weiteren Sioux-Dialekten existieren Varianten: Unktomi bei den Dakota Minnesota, Ikto in zusammengezogener Form, und das aymarisch-amerikanische Pendant Wisaka bei den Algonkin-sprachigen Cree. Letzteres ist allerdings strukturell ähnlich, sprachlich aber unabhängig.
Das Lakota-Verb iktomi-ya bedeutet etwas wie Iktomi tun, also listig, betrügerisch, vorsichtig oder spielerisch handeln. Diese Verbalisierung des Namens zeigt, dass Iktomi nicht nur eine mythologische Figur ist, sondern eine im Alltag präsente Handlungs-Kategorie, die in der Lakota-Erziehung als negatives Beispiel verwendet wird.
Die Trickster-Etymologie ist religionsphilosophisch interessant. Im Gegensatz zu den größeren wakan-Wesen, deren Namen meist erhabene Bedeutungen tragen, ist Iktomi ein im Alltag verwendetes, sprachlich vertrautes Wort. Diese sprachliche Vertrautheit reflektiert seine theologische Stellung: Iktomi ist die Numinosität des Alltags, der profanen Versuchungen, der kleinen Verfehlungen, nicht die höchste Wakan-Macht des Sonnentanz-Rituals. Diese Differenzierung zwischen erhabener Wakan-Verehrung und alltagsbezogener Trickster-Reflexion ist von der Religionsethnologin Karl Schlesier in The Wolves of Heaven (1987) eingehend beschrieben worden.
Iktomi tritt in den Erzählungen in mehreren Gestalten auf. Seine Grundgestalt ist die einer kleinen, oft bunt gefärbten Spinne, die in einem unregelmäßigen Netz wohnt. Er kann sich jedoch in beliebige andere Wesen verwandeln, am häufigsten in einen jungen Krieger mit langem Haar und schönen Kleidern, in einen alten weisen Mann, in eine Frau oder in verschiedene Tiere.
In den traditionellen Lakota-Erzählungen wird Iktomi meist als wandernder Krieger beschrieben, der allein über die Prärie zieht, sich in fremde Lagern einschleicht und seine Streiche dort ausspielt. Sein typischer Trick ist die Verkleidung als hilfreicher Verwandter, um sich Zugang zu Frauen, Essen oder Pferden zu verschaffen, die er dann stiehlt oder die Familie damit bedüpfelt.
Auf erhaltenen Lakota-Trommelbemalungen und Schild-Bemalungen tritt Iktomi gelegentlich als spinnenartige Figur mit menschlichem Gesicht auf, mit überbreiten Augen und einem listigen Lächeln. Die zeitgenössischen Lakota-Künstler, insbesondere Oscar Howe und Arthur Amiotte, haben Iktomi mehrfach in ihren Werken dargestellt, oft als symbolische Verkörperung des moralisch-ambivalenten Verhaltens.
In den modernen Lakota-Komiks und Kinderbüchern, insbesondere in den Werken des Lakota-Autors Paul Goble, ist Iktomi zu einer prominent dargestellten Figur für Kinder geworden. Die Bilderbücher Goble’s Iktomi and the Boulder (1988), Iktomi and the Berries (1989) und folgende sind in vielen Lakota-Schulen, aber auch in nicht-indigenen amerikanischen Schulen verbreitet und gehören zu den bekanntesten Vermittlungen indigener amerikanischer Mythologie in das breite Publikum. Diese populäre Rezeption hat eigene Probleme der Vereinfachung und Überzeichnung, hat aber unbestreitbar zur Sichtbarkeit der Iktomi-Tradition beigetragen.
Der Iktomi-Erzählungs-Zyklus zählt zu den umfangreichsten Erzähl-Komplexen der Lakota-Tradition. James LaPointe hat in Legends of the Lakota (1976) über zwanzig Iktomi-Geschichten zusammengestellt, die alle in einer gewissen Standard-Form beginnen: Iktomi ging spazieren…, und dann beschreiben, wie er einen Streich plant, ihn ausführt und am Ende meistens selbst der Hereingelegte ist.
Eine besonders bekannte Erzählung beschreibt, wie Iktomi den Büffel übertölpelt: Er überredet eine Büffel-Gruppe, in einen Salbei-Kreis zu treten und dort zu schlafen, weil er ihnen ein Heilungs-Ritual versprochen habe. Als die Büffel eingeschlafen sind, frisst er sie der Reihe nach auf, aber der letzte Büffel ist ein heimlicher wakan-Büffel-Geist, der ihn überlistet und ihn schließlich aus dem Bauch des Büffel herausschneiden und vertreiben muss.
Eine zweite zentrale Erzählung beschreibt, wie Iktomi den Lakota die wichtigsten Kultur-Praktiken bringt: Er soll, nach einigen Erzählungen, die ersten Pfeil-und-Bogen-Anwendungen, die ersten Pferde-Reitkünste und sogar die Sprache selbst eingeführt haben. Diese kulturheroische Schichtung der Iktomi-Tradition zeigt, dass der Trickster nicht nur Störer, sondern auch zivilisatorischer Schöpfer ist, eine Doppelfunktion, die im weiteren amerikanisch-indianischen Trickster-Komplex regelmäßig auftritt.
Eine dritte wichtige Erzähl-Klasse betrifft Iktomis Versuche, sich mit höher rangigen wakan-Wesen anzulegen. In einer berühmten Erzählung versucht er, die Vier Winde zu beleidigen, indem er ihnen kommt, dass er schneller laufen kann als sie alle zusammen. Die Winde antworten zunächst nicht; als Iktomi seinen Lauf beginnt, schicken sie ihm einen Tornado nach, der ihn in Stücke reißt. Die Stücke werden von den Vier Winden in die vier Himmelsrichtungen verstreut, und aus jedem Stück wird ein neuer Iktomi, weshalb die Welt seither voll von Iktomis ist. Diese aitiologische Erzählung erklärt sowohl die Verbreitung der Spinnen über die ganze Erde als auch die Allgegenwart trickreicher Verhaltensweisen unter den Menschen.
Die Iktomi-Erzählungen erfuellen in der Lakota-Tradition eine wichtige pädagogische Funktion. Sie werden insbesondere am Lagerfeuer im Kreise der Kinder erzählt und dienen der ethischen Erziehung der nächsten Generation. Iktomis Verhalten ist immer falsch, er lügt, stiehlt, betrügt, verführt, und am Ende der Erzählung wird er fast immer von den Konsequenzen seines Verhaltens eingeholt.
Die pädagogische Pointe ist die negative Beispiel-Lehre: Wer sich wie Iktomi verhält, wird die gleichen Konsequenzen erleiden. Die Kinder lernen aus den Iktomi-Geschichten, was richtig und was falsch ist, ohne dass ihnen ein moralisches Gebot direkt überhängt werden müsste. Severt Young Bear hat in Standing in the Light (1994) diese pädagogische Funktion der Iktomi-Geschichten ausführlich beschrieben und ihren Wert für die Lakota-Erziehung herausgestellt.
Wichtig ist die Vermittlung des paradoxen Lehrwertes: Iktomi ist eine böse Figur, deren böse Taten aber zugleich kulturschöpferisch sein können. Die Lakota-Ethik vermittelt damit eine ambivalente Sicht auf moralisches Handeln, die der einfachen Schwarz-Weiß-Moral fremd ist. Das Lakota-Konzept der ethischen Reife umfasst die Fähigkeit, diese Ambivalenz zu erkennen und in das eigene Handeln zu integrieren.
In der modernen Reservats-Schule und in den Lakota-Sprachprogrammen werden die Iktomi-Geschichten gezielt als Mittel der ethischen und linguistischen Erziehung eingesetzt. Die Tatsache, dass Iktomi mehrsprachig auftritt, er spricht Lakota, aber auch die Sprachen anderer Stamme und sogar Englisch, je nach Erzählungs-Kontext, macht ihn zu einer pädagogisch produktiven Figur für die Vermittlung sprachlicher Kompetenz. Die Lakota-Sprachprogramme in Pine Ridge, Cheyenne River und Rosebud nutzen Iktomi-Geschichten als zentralen Lehrtext zur Wiederbelebung der von Sprachverlust bedrohten Lakota-Sprache.
Die schutzbezogene Praxis im Bezug zu Iktomi ist subtil. Anders als bei eindeutig negativen Wesen (etwa dem Wendigo) wird Iktomi nicht abgewehrt, sondern respektvoll mit Distanz behandelt. Man redet nicht zuviel von ihm, vermeidet seine direkten Anrufungen und schützt sich vor allem davor, von ihm geliebt oder hereingelegt zu werden.
Eine wichtige apotropäische Praxis ist die Verwendung des Dreamcatcher, des Lakota-Traumfängers, der in der modernen Indianer-Folklore weit verbreitet ist. Ironischerweise ist der Dreamcatcher in der traditionellen Lakota-Vorstellung mit der weiteren Spinnen-Geist-Tradition verbunden, nicht primär mit Iktomi (die Lakota unterscheiden zwischen Iktomi als individuellem Trickster und Iktomi-net als Spinnenartwerk-Schutz). Die Spinnen-Web-Konstruktion des Dreamcatchers fasst die bösen Träume in den Spinnfäden und lässt nur die guten Träume durch die zentrale Öffnung zum Schläfenden gelangen.
Eine spezifische Schutzpraxis betrifft das Wakan-Reden über Iktomi: Man soll bei kalten Wintertagen Iktomi-Geschichten erzählen, weil er dann besonders unterhalten und am wenigsten geneigt ist, das Leben des Erzählers zu komplizieren. Diese Saisonalität der Iktomi-Erzählung, die Geschichten gehören in den Winter, nicht in den Sommer, ist eine bemerkenswerte Detail-Vorschrift der Lakota-Tradition.
Ein interessanter Aspekt der Iktomi-Tradition ist die geringe ritualpraktische Präsenz im Vergleich zu anderen wakan-Wesen. Es gibt keinen institutionalisierten Iktomi-Kult, keine spezifischen Iktomi-Tempel, keine Iktomi-Priester. Stattdessen ist Iktomi vor allem eine Figur der Erzähl-Tradition, der oralen Überlieferung am Lagerfeuer. Diese ritualpraktische Zurückhaltung gegenüber einer eindeutig moralisch problematischen Figur ist religionssoziologisch interessant und unterscheidet die Lakota-Iktomi-Tradition von der breitexer praktizierten Trickster-Verehrung anderer Kulturen.
Iktomi ist Teil der pan-nordamerikanischen Trickster-Tradition, die in fast jeder Indianer-Sprachfamilie eine eigene zentrale Trickster-Figur kennt. Strukturell vergleichbar sind Coyote bei den Plains- und Great Basin-Völkern, der Rabe (Yel oder Raven) bei den Nordwestküste-Völkern, der Hase (Manabozho) bei den Anishinabe und der Polarfuchs bei den Inuit.
Paul Radin (The Trickster, 1956), Karl Kerenyi und Carl Jung haben in ihrer gemeinsam überarbeiteten Studie das Trickster-Phänomen als universellen Archetyp interpretiert. Diese archetyp-theoretische Deutung ist religionswissenschaftlich problematisch, weil sie die kulturhistorische Spezifik der einzelnen Trickster-Traditionen einebnet. Dennoch ist die strukturelle Konvergenz so deutlich, dass eine Erklärung verlangt wird.
Innerhalb der nordamerikanischen Trickster-Tradition ist Iktomi durch sein Spinnen-Wesen besonders ausgeprägt. Die parallele afrikanische Anansi-Spinnen-Tradition, die mit der Sklaven-Migration nach der Karibik und nach Südamerika verbreitet wurde, stellt eine eigenständige, voll entwickelte Spinnen-Trickster-Tradition dar, die mit der Iktomi-Tradition Lakotas keinerlei historischen Kontakt hatte, die aber strukturell auffallend ähnlich ist.
Iktomi ist im modernen Lakota-Selbstverständnis eine ambivalente Figur. Einerseits ist er Teil der traditionellen Erzähl-Tradition und wird in den Reservats-Schulen, in Lakota-Sprachprogrammen und in der oraltradition weiterhin präsentiert. Andererseits ist er durch die populäre Verwendung des Dreamcatcher-Symbols in der nicht-indigenen New-Age-Kultur in eine kommerzielle Aneignung gerückt, die in der indigenen Diskussion kritisch reflektiert wird.
In der akademischen Forschung haben Vine Deloria Jr. der Lakota-Schriftsteller Ella Cara Deloria (in ihren Aufzeichnungen 1922, 1940), der Lakota-Anthropologe Severt Young Bear, der zeitgenössische Lakota-Autor Joseph Marshall III und die Religionswissenschaftlerin Aase Hultkrantz die Iktomi-Tradition systematisch beschrieben. Die Iktomi-Erzählungssammlung von James LaPointe (1976) bleibt eine wichtige Primärquelle.
Aus religionswissenschaftlicher Sicht ist Iktomi ein paradigmatisches Beispiel der Lakota-Trickster-Tradition und damit der weiteren amerikanischen Trickster-Kultur. Seine Doppel-Funktion als Schöpfer-und-Störer, sein moralisch-ambivalentes Wesen und seine pädagogische Funktion für die ethische Erziehung machen ihn zu einer der reichsten und vielschichtigsten Figuren der indigenen amerikanischen Religionsgeschichte. Der iWell-Guard-Bezug zur Iktomi-Tradition beschreibt diese Figur religionsethnologisch, ohne Wirkungsversprechen oder spirituelle Empfehlungen.
Eine weitere Beobachtung der religionswissenschaftlichen Diskussion betrifft die Geschlechtlichkeit Iktomis. In allen überlieferten Erzählungen tritt er primär als männliches Wesen auf, kann sich aber problemlos in eine Frau verwandeln. Diese Geschlechts-Fluidität des Tricksters ist ein gemeinsames Merkmal der pan-amerikanischen Trickster-Tradition und unterscheidet diese Figuren von den meist eindeutig geschlechtlich definierten Hauptgottheiten. Die Religionssoziologin Sabine Lang hat in Men as Women, Women as Men (1998) das Phänomen der ritual-theologischen Geschlechts-Beweglichkeit in der indigenen amerikanischen Tradition systematisch beschrieben und Iktomi als ein Beispiel dafür angeführt.
Die folgende Auswahl listet zentrale Werke der Lakota-Mythologie-Forschung und der nordamerikanischen Trickster-Tradition.
Iktomi, die Spinnengestalt der Lakota-, Dakota- und Nakota-Tradition, ist vor allem als Held einer eigenen Gattung von Erzählungen bekannt, die in der Forschung oft als ohunkakan bezeichnet werden. Diese Geschichten galten als für die Wintermonate bestimmt und unterschieden sich von Berichten, die als wahre Überlieferung verstanden wurden. Iktomi-Geschichten waren ausdrücklich Erzählungen, in denen Übertretung, List und Scheitern vorgeführt werden durften.
Aufgezeichnet wurden solche Erzählungen unter anderem durch James R. Walker, durch Ella Deloria, eine Dakota-Sprachwissenschaftlerin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfangreiches Material in der eigenen Sprache sammelte, sowie durch frühere Sammler des 19. Jahrhunderts. Ella Delorias Arbeit ist besonders wertvoll, weil sie als Muttersprachlerin und zugleich akademisch ausgebildete Forscherin arbeitete und auf eine genaue Wiedergabe der Sprache achtete.
In den Erzählungen tritt Iktomi als raffiniert, eitel und gefräßig auf. Er ersinnt Pläne, um andere zu täuschen, und scheitert oft an der eigenen Maßlosigkeit. Die Forschung betont, dass diese Geschichten eine erzieherische Funktion hatten. Indem Iktomi vorführt, wie man sich nicht verhalten soll, vermitteln die Erzählungen indirekt die Normen der Gemeinschaft. Zugleich ist Iktomi in manchen Überlieferungen mit der Entstehung von Sprache oder mit der Ordnung der Welt verbunden, sodass er nicht nur Possenreißer ist. Die Doppelrolle als kulturstiftendes und zugleich normverletzendes Wesen entspricht dem Muster, das auch von Coyote in anderen Regionen bekannt ist, ohne dass die Figuren gleichzusetzen wären.
Iktomi gilt in der Lakota-Tradition nicht nur als listiger Trickster, sondern auch als kosmischer Lehrer: In den Erzählungen ist er an der Ordnung der Welt beteiligt und vermittelt, oft durch eigenes Scheitern, grundlegende Einsichten über Sprache, Maß und Verantwortung. Sein kosmischer Status erklärt, warum seine Geschichten zugleich als Unterhaltung und als unterweisende Überlieferung gelten.
Als Spinnengeist tritt Iktomi in den Erzählungen der Lakota in vielfältiger Gestalt auf und verbindet die Welt der Menschen mit der Sphäre der schöpferischen Urkräfte.
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