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Hamaya – der Schreinpfeil, der das Unheil des Jahres abwehrt

Hamaya ist ein zierloser Pfeil, der an japanischen Schreinen zum Neujahr ausgegeben wird. Sein Name bedeutet so viel wie dämonenbrechender Pfeil. Im Haus aufbewahrt, soll er das Unheil des kommenden Jahres abwehren.

Der Hamaya ist eine dämonenbrechende Pfeilspitze, die Unheil vom Haus abwehrt.

SchutzsymbolJapanSchreinpfeil
Hamaya - Schutzsymbol, museale Illustration

Einordnung

Hamaya ist ein Schutzgegenstand aus der religiösen Welt von Japan. Es handelt sich um einen Pfeil, der an Schreinen ausgegeben wird, vor allem in der Zeit um das neue Jahr.

Der Name Hamaya verweist auf die Aufgabe des Pfeils. Er bedeutet so viel wie dämonenbrechender oder unheilbrechender Pfeil. Der Hamaya ist damit ein Pfeil, der dem Unheil entgegengesetzt ist.

Der Hamaya gehört in den Shinto, die einheimische Religion Japans, ist aber auch an buddhistischen Tempeln anzutreffen. Er ist Teil der Schutzpraxis, die sich um den Jahreswechsel verdichtet.

Anders als ein gewöhnlicher Pfeil ist der Hamaya nicht zum Schießen bestimmt. Er hat in der Regel keine scharfe Spitze und wird im Haus aufbewahrt, nicht abgeschossen.

In der Religionswissenschaft ist der Hamaya ein gutes Beispiel für ein Schutzzeichen, das aus einem Brauch hervorgegangen ist. Aus einem Pfeilschießen zum Neujahr wurde ein Pfeil, der als Schutzgegenstand ausgegeben wird.

Diese Seite behandelt den Hamaya als Schutzzeichen. Er gehört neben dem festen Ofuda und dem tragbaren Omamori zu den Schutzgegenständen, die ein japanischer Schrein ausgibt.

Gestalt des Pfeils

Der Hamaya hat die Gestalt eines Pfeils. Er besteht aus einem geraden Schaft, der am hinteren Ende eine Befiederung trägt.

Anders als ein Pfeil für die Jagd oder den Kampf hat der Hamaya keine scharfe, durchdringende Spitze. Sein vorderes Ende ist häufig stumpf oder schlicht gestaltet, denn der Pfeil ist nicht zum Schießen bestimmt.

Die Befiederung am hinteren Ende ist oft sorgfältig gearbeitet. Sie gibt dem Hamaya sein kennzeichnendes Aussehen und macht ihn auf den ersten Blick als Pfeil erkennbar.

Häufig ist der Hamaya geschmückt. An ihm können kleine Anhänger befestigt sein, ein bemaltes Brettchen, ein Glöckchen oder ein Bild des Tieres, das dem kommenden Jahr zugeordnet ist.

Manchmal wird der Hamaya zusammen mit einem zierlichen Bogen ausgegeben. Pfeil und Bogen bilden dann ein Paar, das gemeinsam aufbewahrt wird.

Die Gestalt des Hamaya ist damit die eines Pfeils, doch eines Pfeils, der zum Zeichen geworden ist. Er behält die Form der Waffe, ist aber als Schutz- und Schmuckgegenstand gestaltet, nicht als wirkliches Geschoss.

Der Pfeil als Waffe gegen das Unheil

Die Schutzbedeutung des Hamaya beruht auf dem Bild des Pfeils. Der Pfeil ist eine Waffe, ein Mittel der Abwehr und des Treffens aus der Ferne.

Dieses Bild wird auf das Unheil übertragen. Der Hamaya ist gleichsam die Waffe, die gegen das Unheil und gegen schädliche Mächte gerichtet ist. Sein Name, der dämonenbrechende Pfeil, drückt das unmittelbar aus.

Der Pfeil trifft sein Ziel aus der Ferne, bevor es heran ist. In diesem Sinne soll der Hamaya das Unheil treffen und brechen, ehe es das Haus und seine Bewohner erreicht.

Der Hamaya wird dabei nicht wirklich abgeschossen. Sein Schutz liegt nicht in einem tatsächlichen Schuss, sondern in dem Bild, das er verkörpert. Allein durch seine Gegenwart wirkt der Pfeil als Zeichen der Abwehr.

Damit gehört der Hamaya zu den Schutzzeichen, die durch das Bild einer Waffe wirken. Wie ein Schwert oder ein Dreizack in anderen Kulturen ist der Pfeil hier das Sinnbild der wehrhaften, abwehrenden Kraft.

Der Hamaya schützt also, indem er das Unheil mit dem Bild einer Waffe in Schach hält. Er ist die sinnbildliche Antwort auf die Bedrohung, ein Pfeil, der dem Unheil entgegensteht.

Der Hamaya zum Neujahr

Der Hamaya ist eng mit dem japanischen Neujahr verbunden. In der Zeit um den Jahreswechsel wird er an den Schreinen ausgegeben.

Das Neujahr ist in Japan ein besonders bedeutender Übergang. Mit dem alten Jahr soll das Unheil zurückbleiben, mit dem neuen Jahr soll Schutz und gutes Gelingen beginnen.

In den ersten Tagen des Jahres suchen viele Menschen einen Schrein auf. Dieser Neujahrsbesuch ist ein verbreiteter Brauch, und bei dieser Gelegenheit wird häufig ein Hamaya erworben.

Der Hamaya soll das ganze kommende Jahr über schützen. Er wird gleich zu Beginn des Jahres geholt, damit der Schutz von Anfang an gegeben ist.

Damit fügt sich der Hamaya in die Schutzpraxis des Jahreswechsels ein. In dieser Zeit werden auch Ofuda und Omamori erneuert, das Shimenawa an die Türen gehängt und weitere Bräuche begangen.

Der Hamaya ist innerhalb dieser Praxis der Pfeil, der das Unheil des kommenden Jahres abwehren soll. Er gehört damit zu den Zeichen, mit denen die Menschen in Japan das neue Jahr unter den Schutz stellen.

Vom Pfeilschießen zum Schutzpfeil

Der Hamaya geht auf einen älteren Brauch zurück. Es war ein Brauch des Pfeilschießens, der mit dem Neujahr verbunden war.

In früherer Zeit wurde zum Neujahr an Schreinen ein rituelles Bogenschießen abgehalten. Pfeile wurden auf ein Ziel geschossen, und dieses Schießen war mit dem Gedanken der Abwehr des Unheils für das kommende Jahr verbunden.

Auch ein Brauch, bei dem Knaben einen kleinen Bogen und Pfeile als Neujahrsgeschenk erhielten, gehört in diesen Zusammenhang. Pfeil und Bogen galten als Zeichen des Schutzes und des guten Wachsens.

Aus diesen Bräuchen entwickelte sich mit der Zeit der Hamaya als ein eigener Schutzgegenstand. Der Pfeil wurde aus dem Schießen gleichsam herausgelöst und zu einem Zeichen, das im Haus aufbewahrt wird.

Damit wandelte sich der Pfeil. Aus einem Geschoss, das tatsächlich abgeschossen wurde, wurde ein Sinnbild, das durch seine Gegenwart wirkt. Der Hamaya behielt die Gestalt, gab aber den wirklichen Gebrauch als Waffe auf.

Diese Entwicklung ist aufschlussreich. Sie zeigt, wie aus einer Handlung, dem rituellen Schießen, ein Gegenstand werden kann, der diese Handlung gleichsam in sich aufgenommen hat und für sich allein als Schutzzeichen steht.

Der Hamaya im Haus

Nachdem der Hamaya am Schrein erworben wurde, findet er seinen Platz im Haus. Dort soll er das ganze Jahr über wirken.

Häufig wird der Hamaya beim häuslichen Altar, dem kamidana, aufbewahrt. Dort steht er neben dem Ofuda und ist Teil des häuslichen Bereichs der Verehrung und des Schutzes.

Wo es keinen kamidana gibt, wird der Hamaya an einer geeigneten, achtbaren Stelle des Hauses angebracht. Er soll an einem würdigen Ort sein, der über Kopfhöhe liegt.

Der Pfeil wird dabei nicht versteckt, sondern sichtbar aufbewahrt. Als Zeichen der Abwehr soll er gleichsam in Bereitschaft sein und das Haus vor dem Unheil des Jahres bewahren.

Manchmal wird der Hamaya in eine bestimmte Richtung gewendet, etwa dorthin, von wo nach altem Glauben Unheil zu erwarten ist. Der Pfeil ist dann gleichsam dem Unheil entgegengerichtet.

Im Haus erfüllt der Hamaya damit seine Aufgabe. Er ist der Pfeil, der über das Jahr hin das Unheil abwehren soll, und sein fester Platz im Haus macht ihn zu einem ständigen Zeichen des Schutzes.

Der jährliche Wechsel

Wie das Ofuda wird auch der Hamaya nicht auf Dauer behalten. Zum Jahreswechsel wird er erneuert.

Der Hamaya gilt als Schutz für ein bestimmtes Jahr. Mit dem Ablauf dieses Jahres ist seine Aufgabe erfüllt. Für das neue Jahr wird ein neuer Hamaya geholt.

Der alte Hamaya wird zum Schrein zurückgebracht. Dort wird er auf ehrwürdige Weise behandelt und häufig zusammen mit anderen abgegebenen Schutzgegenständen in einem rituellen Feuer verbrannt.

Dieses Verbrennen ist kein achtloses Wegwerfen. Es ist die angemessene Form, sich von einem Schutzgegenstand zu trennen, der seinen Dienst getan hat. Das Feuer löst den Hamaya gleichsam würdevoll auf.

Der Gedanke dahinter ist derselbe wie beim Ofuda. Die Schutzkraft gilt als an die Zeit gebunden. Ein neuer Hamaya bringt frischen, ungeschwächten Schutz für das neue Jahr.

Der jährliche Wechsel macht den Hamaya zu einem Zeichen des Neubeginns. Mit jedem neuen Jahr kommt ein neuer Pfeil, und mit ihm beginnt die Abwehr des Unheils gleichsam von Neuem.

Der Pfeil als Schutzzeichen in den Kulturen

Der Hamaya lässt sich im größeren Zusammenhang der Waffenzeichen betrachten. Die Waffe als Schutzzeichen ist in vielen Kulturen bekannt.

In zahlreichen Traditionen wird eine Waffe zum Zeichen der Abwehr. Das Schwert, der Speer, der Dreizack oder eben der Pfeil stehen für die wehrhafte Kraft, die dem Unheil entgegentritt.

Der Pfeil im Besonderen ist mit dem Treffen aus der Ferne verbunden. Er kann sein Ziel erreichen, bevor es heran ist. Darum eignet er sich als Bild für eine Abwehr, die das Unheil schon im Anflug bricht.

In manchen Traditionen werden Pfeile zudem mit der Reinigung und mit dem Vertreiben des Bösen verbunden. Das Geräusch eines abgeschossenen Pfeils galt mancherorts als unheilvertreibend.

Der Hamaya gehört zu dieser Gruppe der Waffenzeichen. Er ist die japanische Ausprägung des Pfeils als Schutzzeichen, verbunden mit dem Neujahr und mit der Abwehr des Unheils für das kommende Jahr.

Das Besondere am Hamaya ist diese Bindung an den Jahreswechsel. Er ist nicht ein Pfeil für jede Gelegenheit, sondern der Pfeil des neuen Jahres, der den Schutz für eine genau bestimmte Zeitspanne übernimmt.

Heutige Rezeption

Der Hamaya ist im heutigen Japan ein verbreiteter Schutzgegenstand. In der Zeit um das Neujahr wird er an vielen Schreinen und Tempeln ausgegeben.

Der Neujahrsbesuch am Schrein gehört für viele Menschen zum festen Brauch. Bei dieser Gelegenheit einen Hamaya zu erwerben ist verbreitet, auch bei Menschen, die dem Shinto nicht eng verbunden sind.

Der Hamaya ist häufig dem Schmuck des kommenden Jahres angepasst. Er trägt oft ein Bild des Tieres, das dem neuen Jahr im fernöstlichen Tierkreis zugeordnet ist, und ist damit ein Zeichen gerade dieses einen Jahres.

Für viele Menschen ist der Hamaya heute weniger Ausdruck eines streng durchdachten Glaubens als vielmehr Teil einer gepflegten Tradition. Er gehört zum Neujahr wie andere Bräuche dieser Zeit.

Eine sachliche Darstellung benennt den Hamaya als das, was er ist, ein Schreinpfeil, der das Unheil des kommenden Jahres sinnbildlich abwehren soll. Eine darüber hinausgehende Wirkung lässt sich nicht nachweisen.

Der Hamaya bleibt damit ein lebendiges Zeichen des japanischen Volksglaubens. In ihm verbinden sich das Bild des Pfeils als Waffe gegen das Unheil, die Bedeutung des Jahreswechsels und der Wunsch, das neue Jahr unter den Schutz zu stellen.

Literatur (Auswahl)

  • Nelly Naumann: Die einheimische Religion Japans (1988)
  • Ian Reader: Religion in Contemporary Japan (1991)
  • Ian Reader und George J. Tanabe: Practically Religious (1998)
  • U. A. Casal: The Five Sacred Festivals of Ancient Japan (1967)
  • John K. Nelson: A Year in the Life of a Shinto Shrine (1996)

Verwandte Schlüsselbegriffe: Hamaya Schreinpfeil Pfeil Neujahr Shinto Unheilabwehr Schrein Omamori Japan Jahreswechsel.

iWell Guard und Schutztraditionen

iWell Guard steht in der kulturhistorischen Linie tragbarer Schutzobjekte, zu der auch der Hamaya gehört. Ein moderner Begleiter für Menschen, die mit Schutzsymbolen leben: gefertigt in Deutschland, 41 Ebenen aus Echtgold, Platin und Silber, mit 30-Tage-Rückgaberecht.

Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.