iWell Guard

Padfoot, harmlos, bis man ihn reizt

Padfoot ist Geist der englischen Tradition.

Ein schwarzer Hund, der nur gefährlich wird, wenn man ihn reizt.

GeistEngland

Inhaltsverzeichnis

Padfoot, Geist der englischenÜberlieferung
Padfoot

Padfoot ist ein schwarzer Geisterhund aus dem West Riding of Yorkshire, benannt nach dem tappenden Geräusch seiner Pfoten. Er folgt nächtlichen Wanderern, taucht vor oder neben ihnen auf und gilt als Todesomen. Solange man ihn nicht reizt, bleibt er unbeteiligt.

Belegt ist Padfoot bei William Henderson und dem Geistlichen J. C. Atkinson, der ihn für ein Todesomen hielt; in Barnsley dagegen galt er als harmlos, solange man ihn nicht störte.

Im Überblick: Padfoot

Typ: Schwarzer Geisterhund, Todesomen mit Nichteinmischungs-Gebot
Herkunft: Nordenglische Überlieferung des West Riding of Yorkshire
Texte: Notes on the Folk-Lore of the Northern Counties (Henderson, 1866) und spätere Studien
Zeitraum: im 19. Jahrhundert belegt, bis heute überliefert
Erscheinung: schwarzer, zottiger Hund von der Größe eines kleinen Esels, mit großen Augen, sichtbar oder unsichtbar

Beleglage im West Riding

Zeitraum der Texte

Die Überlieferung stammt aus dem West Riding of Yorkshire des 19. Jahrhunderts und wurde von Henderson sowie dem Geistlichen J. C. Atkinson festgehalten.

Verbreitungsraum

West Riding of Yorkshire, mit Schwerpunkten um Wakefield, Leeds und Pudsey.

Quellenlage

Gut: Henderson und Atkinson liefern die Kernbelege, ergänzt durch Theo Browns Studie The Black Dog und die Übersichten von Briggs sowie Westwood und Simpson.

Name und Varianten

Englisch: Padfoot beschreibt das leise tappende Geräusch der Pfoten, von to pad, leise tappen. Der Name benennt damit unmittelbar das akustische Kennzeichen, an dem man das Wesen erkennt, noch bevor man es sieht.

Gestalt und Auftreten

Erscheinung

Padfoot erscheint als schwarzer, zottiger Hund von der Größe eines kleinen Esels, mit großen, tellergroßen Augen; vereinzelt wird er weiß statt schwarz beschrieben. Er kann sichtbar oder unsichtbar sein.

Wirkung

Der akustische Charakter, das Tappen und mitunter ein Kettenrasseln, macht ihn zum unheimlichen Wegbegleiter; die Kette steht als Zeichen von Verdammnis und Ruhelosigkeit. Padfoot folgt Menschen mit tappendem Schritt und taucht dann vor oder neben ihnen wieder auf.

Steckbrief: Padfoot

Die wichtigsten Aspekte des tappenden Geisterhunds auf einen Blick.

Herkunftsraum

Nordenglische Volksüberlieferung des West Riding of Yorkshire, belegt bei Henderson und dem Geistlichen J. C. Atkinson.

Adressaten

Nächtliche Wanderer, denen Padfoot mit tappendem Schritt folgt und vor oder neben ihnen wieder erscheint.

Erscheinungsbild

Schwarzer, zottiger Hund von der Größe eines kleinen Esels, mit tellergroßen Augen, vereinzelt weiß statt schwarz, sichtbar oder unsichtbar.

Bei Provokation

Wer Padfoot anspricht oder angreift, gerät in seine Gewalt; eine Erzählung berichtet von einem Mann, der weit fortgeschleift wurde.

Verhaltensregel

In Ruhe lassen, nicht ansprechen, nicht treten: Die einzige belegte Schutzform liegt im eigenen Verhalten.

Verwandte

Der walisische Cwn Annwn als entfernter Verwandter, dazu Black Shuck und Barghest, die anders als Padfoot auch unprovoziert als Todesboten gelten.

Vom Getappe zum Kettenrasseln

Der Name Padfoot beschreibt das leise tappende Geräusch der Pfoten, von to pad, leise tappen. Der Hund folgt Menschen mit ebendiesem tappenden Schritt und taucht dann vor oder neben ihnen wieder auf; mitunter hört man dazu das Schleifen einer Kette.

Die Deutung war nicht überall gleich streng: In Barnsley galt Padfoot als harmlos, solange man ihn nicht störte. Diese Bandbreite von Todesbote bis unbeteiligtem Begleiter ist charakteristisch für die englischen schwarzen Geisterhunde, doch eine klare Provokationsklausel unterscheidet Padfoot: Wer ihn anspricht oder angreift, gerät in seine Gewalt. Eine Erzählung berichtet von einem Mann, der nach ihm trat und daraufhin durch Hecke und Graben bis unter sein eigenes Fenster geschleift wurde.

Der tappende Begleiter in der Gruselliteratur

Padfoot ist ein fester Eintrag in Überblicken zu den schwarzen Geisterhunden Englands und Motivgeber für tappende, unsichtbare Begleiter in der Gruselliteratur; der Name selbst ist unabhängig davon auch in der modernen Fantasy verbreitet.

Religionswissenschaftlich ist Padfoot eine regionale Variante des Todesomens vom Typ des schwarzen Hundes, mit ausgeprägtem auditivem Motiv und dem Tabu der Nichteinmischung. Das Kettenrasseln verweist auf den ruhelosen, verdammten Geist; die Provokationsklausel zeigt die verbreitete Scheu vor Schwellenwesen.

Nichteinmischung als einziger Schutz

Für diese Wesensklasse vergleichsweise gut belegt ist die Regel der Nichteinmischung: das Wesen in Ruhe lassen, nicht ansprechen, nicht treten, nicht angreifen. Jede Provokation kehrt sich gegen den Menschen, wie die Erzählung vom fortgeschleiften Mann zeigt. Ein aktives Bannritual ist nicht überliefert; ergänzend nennt die Folklore Eisen als Schutz gegen geisterhafte Wesen, Weihwasser als christliches Zeichen im Umgang mit dem ruhelosen Hund und den Klang geweihter Glocken gegen Unheil. Der eigentliche Schutz aber liegt im richtigen Verhalten.

Barghest, Black Shuck und die Familie der schwarzen Hunde

Padfoot gehört zur englischen Familie der schwarzen Geisterhunde mit Barghest und Black Shuck; weitere regionale Gestalten wie Grim, Gytrash und Hairy Jack tragen ähnliche Züge. Verwandt ist der walisische Cwn Annwn; motivisch nah stehen ihm allgemeine kettenrasselnde Spukwesen.

Als schwarzer Geisterhund Yorkshires unterscheidet sich Padfoot von der rein akustischen Himmelsmeute der Gabriel Hounds: Er ist ein einzelnes, oft sichtbares Tier am Boden, kein unsichtbarer Schwarm in der Luft, und sein Verhalten hängt, anders als bei den Gabriel Hounds, unmittelbar vom Verhalten des Menschen ab.

Häufige Fragen zu Padfoot

Warum heißt er Padfoot?

Nach dem tappenden Geräusch seiner Pfoten, das ihn ankündigt.

Ist er immer tödlich?

Nein. In Barnsley galt er als harmlos, solange man ihn nicht störte, andernorts als Todesomen.

Was geschieht, wenn man ihn reizt?

Wer ihn anspricht oder angreift, gerät in seine Gewalt; eine Erzählung berichtet von einem Mann, der nach ihm trat und weit fortgeschleift wurde.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Henderson, William: Notes on the Folk-Lore of the Northern Counties of England and the Borders. London 1866.
  • Brown, Theo: The Black Dog. In: Folklore 69 (1958).
  • Briggs, Katharine: A Dictionary of Fairies. London 1976.
  • Westwood, Jennifer / Simpson, Jacqueline: The Lore of the Land. London 2005.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als schwarzer Geisterhund Yorkshires bleibt Padfoot ein tappender Todesbote mit einer Ausnahme: Wer ihn nicht reizt, dem tut er nichts, eine Zurückhaltung, die ihn von den meisten Gestalten seiner Familie unterscheidet.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

iWell Guard

Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.

Alle Schutzmittel im Überblick →