Engelwurz (Angelica archangelica), im Volksmund auch Angelika genannt, gilt als bedeutende Schutzpflanze des nordeuropäischen Raumes. Ihrer Überlieferung nach schützt sie Haus und Hof vor bösen Geistern und übler Nachrede, zwei Bedrohungen, die im bäuerlichen Alltag als eng verwandt galten.
Der botanische Name Angelica archangelica, „erzengelhafte Engelwurz“, geht auf eine Legende zurück, wonach ein Erzengel die Pflanze in Pestzeiten als Rettung gezeigt haben soll, ein Ursprungsmythos, der die besondere Stellung der Pflanze im Volksglauben erklärt.
Engelwurz gilt im Volksglauben als Schutzkraut für Haus und Hof.
Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine hochwachsende, stark aromatische Doldenblütlerin, die vor allem in Nord- und Mitteleuropa heimisch ist. Ihre kräftige Wurzel und ihr würziger Geruch prägten ihren Ruf als bedeutende Heil- und Schutzpflanze des nordischen Raumes.
Volkstümliche Namen wie Angstwurz, Brustwurz und Zauberwurz weisen auf die Bandbreite der ihr zugeschriebenen Kräfte hin, von der Schutzwirkung bis zur volksmedizinischen Verwendung.
Die Legende um die Namensgebung erzählt, dass zu Zeiten einer schweren Pestepidemie ein Erzengel einem Mönch oder Heiler im Traum die Engelwurz als Rettungspflanze gezeigt habe. Ärzte und Heilkundige sollen daraufhin die Wurzel um den Hals getragen und darauf gekaut haben, um sich selbst vor Ansteckung zu schützen.
Auf den Färöer-Inseln wurde Engelwurz während Pestepidemien in großer Zahl angebaut und später auf Friedhöfen gepflanzt, eine Praxis, die den engen Zusammenhang von Tod, Schutz und dieser Pflanze in der nordischen Überlieferung dokumentiert.
Im deutschsprachigen Raum ist Engelwurz seit dem Mittelalter als Bestandteil von Klostergärten belegt, von wo aus sie sich auch in die bäuerliche Schutzüberlieferung verbreitete.
Der Überlieferung nach schützt Engelwurz durch ihre enge Verbindung zur himmlischen, engelhaften Sphäre, die schon im Namen anklingt. Als Pflanze, die einem Erzengel ihre Entdeckung verdankt, wurde ihr eine Kraft zugeschrieben, die dem Bösen von vornherein entgegensteht.
Am Haus angebracht oder als Wurzelstück im Haushalt verwahrt, sollte Engelwurz nicht nur böse Geister, sondern auch übles Gerede und Streit fernhalten, eine Zuschreibung, die die Pflanze in den weiteren Zusammenhang des sozialen Schutzes stellt: Schutz vor Zwietracht galt als ebenso wichtig wie Schutz vor unsichtbaren Mächten.
Engelwurz ist vor allem im nordeuropäischen Raum, in Skandinavien, auf Island und den Färöer-Inseln, tief in der Volksüberlieferung verwurzelt. Dort wurde sie nicht nur als Heil-, sondern auch als Nahrungspflanze geschätzt, deren Stängel roh gegessen wurden.
Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich die Pflanze über Klostergärten und wurde in die allgemeine Schutzkräuterüberlieferung aufgenommen, wo sie neben Kräutern wie dem Johanniskraut und der Königskerze ihren Platz fand. Das aus der Wurzel gewonnene Angelikawasser wurde in mehreren europäischen Regionen zum Reinigen von Räumen und Gegenständen verwendet, in Anlehnung an ähnliche Praktiken mit anderen Kräuterwässern.
Die Überlieferung setzt Engelwurz vor allem gegen böse Geister ein, die Haus und Hof heimsuchen sollten, und ordnet sie damit in den weiteren Bereich des Hausschutzes ein. Daneben gilt sie als Schutz vor übler Nachrede, Verleumdung und Streit im Haushalt, eine für Schutzkräuter eher ungewöhnliche, sozial ausgerichtete Zuschreibung.
Im Zusammenhang mit der Pest-Legende wird Engelwurz zudem als Schutz vor Seuchen und Ansteckung genannt, eine Vorstellung, die der Überlieferung entstammt und keinen medizinischen Anspruch begründet. Der Schutz-Kompass führt diese Bedrohungsbilder im Detail auf.
Nach überlieferter Praxis wurde ein Stück der getrockneten Wurzel im Haus verwahrt oder am Eingang angebracht, um Haus und Hof vor bösen Geistern und übler Nachrede zu schützen. Auch das Tragen eines kleinen Wurzelstücks am Körper ist belegt.
Das Angelikawasser, aus Wurzel und Samen destilliert, diente zum Besprengen von Räumen, ähnlich wie das Eisenkraut-Wasser bei anderen Schutzkräutern. Engelwurz wurde zudem gelegentlich mit Johanniskraut kombiniert, um die Schutzwirkung des Haushalts zu verstärken.
Eine Grenze der Überlieferung liegt darin, dass Engelwurz zu den stärker bitteren, ätherische Öle enthaltenden Doldenblütlern gehört, was in der Volksüberlieferung selbst zu Vorsicht bei Menge und Anwendung mahnte.
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Dass ausgerechnet ein Erzengel als Ursprung der Schutzkraft der Engelwurz gilt, zeigt, wie eng volkstümliche Schutzvorstellungen und christliche Glaubenswelt im nordeuropäischen Raum miteinander verwoben waren. Der Schutz vor übler Nachrede weist zudem über die reine Abwehr unsichtbarer Mächte hinaus auf ein soziales Schutzbedürfnis.
Dieses Bedürfnis, sich sowohl vor unsichtbaren als auch vor zwischenmenschlichen Bedrohungen abzugrenzen, greift der iWell Guard in seiner symbolischen Funktion auf, als mitgeführtes Zeichen einer persönlichen Grenze.
Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.