Schafgarbe (Achillea millefolium) zählt zu den vielseitigsten Kräutern der deutschen Volksüberlieferung. Neben ihrem Ruf als Wund- und Frauenkraut wurde ihr auch magisch schützende Kraft zugesprochen, insbesondere wenn sie zur Sommersonnenwende geerntet wurde.
Als Räucherkraut verbrannt, sollte Schafgarbe Räume von schädigenden Einflüssen befreien, während getrocknete Stängel in einer ganz anderen Kultur auch der Weissagung dienten, eine Verwendung, die über den europäischen Raum hinausreicht.
Schafgarbe gilt im Volksglauben als Schutzkraut und Orakelpflanze zugleich.
Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine in ganz Europa heimische, ausdauernde Wiesenpflanze mit fein gefiedertem Laub und weißen bis rosafarbenen Blütendolden. Volkstümliche Namen wie Bauchwehkraut, Mutterkraut und Soldatenkraut spiegeln ihre Rolle in der überlieferten Wund- und Frauenheilkunde wider.
Daneben ist sie in Sage und Brauch als Schutz- und Orakelpflanze belegt, deren Kraft der Volksglaube besonders an die Sommersonnenwende knüpft.
Der lateinische Gattungsname Achillea verweist auf den griechischen Helden Achilles, dem die Sage nachsagt, er habe mit dem Kraut die Wunden seiner Krieger versorgt. Diese antike Zuschreibung als Wundkraut lebte im europäischen Volksglauben über Jahrhunderte fort, wobei sie reine Überlieferung bleibt und keinen medizinischen Anspruch begründet.
Als Schutzpflanze tritt Schafgarbe vor allem im Zusammenhang mit dem Erntezeitpunkt in Erscheinung: Zur Sommersonnenwende, also um den Johannistag am 24. Juni, geschnittene Schafgarbe galt als besonders kräftig und wirksam. Die Sonnenwende selbst zählte im Volksglauben zu den Zeitpunkten, an denen Pflanzen laut Überlieferung besondere Kraft entfalten sollen, ähnlich wie bei anderen Sonnwendkräutern.
Volksmedizinisch als Frauenkraut bezeichnet, wurde Schafgarbe außerdem mit weiblichen Lebensphasen und mit dem Schutz von Mutter und Kind in Verbindung gebracht, eine Zuschreibung, die im Bereich der Überlieferung bleibt.
Der zur Sonnenwende geernteten Schafgarbe wurde eine gebündelte, gleichsam aufgeladene Kraft zugeschrieben, die sie zu anderen Jahreszeiten nicht besitzen sollte. Diese Vorstellung folgt dem verbreiteten Muster, wonach die Sonnenwendtage als Schwellenzeiten gelten, an denen die Grenze zwischen den Welten durchlässiger ist als sonst.
Verbrannt als Räucherwerk, sollte der Rauch der Schafgarbe schädliche Energien aus Räumen vertreiben, ähnlich wie bei anderen Räucherkräutern. Getrocknet in einem kleinen Beutel getragen, wurde ihr zudem eine Schutzwirkung für den Träger selbst zugeschrieben.
Schafgarbe ist weit über Europa hinaus als Pflanze mit magischer Bedeutung bekannt. Bei den Angelsachsen trug man sie getrocknet im Gürtel, um vor Schlangen geschützt zu sein. Im slawischen und keltischen Raum finden sich ähnliche Schutz- und Heilzuschreibungen, oft verbunden mit dem Johannistag als Erntezeitpunkt.
Besondere Bekanntheit erlangte Schafgarbe in China als Orakelpflanze: Getrocknete Schafgarbenstängel dienten traditionell als Werkzeug zur Befragung des I-Ging, des chinesischen Buchs der Wandlungen. Durch das Zählen und Sortieren der Stängel wurden die Hexagramme ermittelt, auf denen die Weissagung beruhte. Diese Verwendung ist unabhängig von der europäischen Überlieferung entstanden, zeigt aber eine bemerkenswerte kulturübergreifende Parallele: die Zuschreibung divinatorischer Kraft an dieselbe Pflanzenart.
Die Überlieferung setzt Schafgarbe vor allem gegen schädigende, unsichtbare Einflüsse ein, die Haus und Bewohner belasten sollen. Als Räucherkraut galt sie als wirksam gegen negative Energien und schlechte Stimmungen im Haus.
Getragen am Körper, sollte sie vor Krankheitsgeistern und Schadzauber schützen. In manchen Überlieferungen wird Schafgarbe zudem eine Rolle bei der Abwehr des bösen Blicks zugeschrieben. Der Schutz-Kompass führt die einzelnen Zuschreibungen im Detail auf.
Nach überlieferter Praxis wurde Schafgarbe handbreit über dem Boden geschnitten, kopfüber gebündelt und im Schatten getrocknet. Der Erntezeitpunkt um die Sommersonnenwende galt dabei als entscheidend für die zugeschriebene Wirksamkeit.
Getrocknet wurde sie als Räucherwerk verglimmt oder in kleinen Säckchen am Körper oder im Haus verwahrt. Für die Orakelpraxis mit den I-Ging-Stängeln braucht es nach chinesischer Überlieferung eine feste Anzahl getrockneter Stängel und ein genau festgelegtes Zählverfahren.
Eine Grenze der Überlieferung liegt darin, dass die volksmedizinischen und die magischen Zuschreibungen historisch eng vermischt sind. Wo im Volksglauben Wund- und Schutzkraft ineinandergreifen, lässt sich rückblickend nicht immer trennen, was als heilkundliche Erfahrung und was als reiner Aberglaube galt.
Verwandte Schlüsselbegriffe: schafgarbe achillea sonnenwende orakelkraut.
Dass Schafgarbenstängel in zwei völlig unabhängigen Kulturräumen, dem europäischen und dem chinesischen, zur Weissagung und zum Schutz eingesetzt wurden, zeigt, wie verbreitet das Bedürfnis nach greifbaren Werkzeugen im Umgang mit Unsicherheit ist. Menschen suchten zu allen Zeiten nach Gegenständen, die ihnen ein Gefühl von Orientierung und Schutz vermitteln konnten.
Der iWell Guard knüpft an dieses Bedürfnis an: ein greifbarer, mitgeführter Gegenstand als Ausdruck des Wunsches nach einer verlässlichen persönlichen Grenze, ganz ohne den Anspruch auf die vormalige magische Wirkung der Schafgarbe.
Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.