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Das Trollkreuz – das eiserne Schutzamulett des Nordens

Das Trollkreuz ist ein Schutzamulett aus gebogenem Eisen, das in Skandinavien gegen Trolle und Unheil schützen soll. Der Glaube an die Schutzkraft des Eisens ist alt, das Trollkreuz selbst eine jüngere Form.

Das Trollkreuz ist das eiserne Schutzamulett des hohen Nordens.

SchutzsymbolGermanischSchutzamulett
Trollkreuz - Schutzsymbol, museale Illustration

Einordnung

Das Trollkreuz ist ein Schutzamulett aus dem skandinavischen Raum und gehört zur germanisch-nordischen Welt. Es besteht aus einem gebogenen Stück Eisen, das eine offene, kreuz- oder schleifenartige Form bildet.

Seine Aufgabe ist die Abwehr. Das Trollkreuz soll seinen Träger vor Trollen und vor anderem Unheil bewahren. Trolle sind in der skandinavischen Überlieferung gefährliche, naturverbundene Wesen.

Das Trollkreuz wird als Anhänger getragen oder an Türen und im Haus angebracht. In beiden Formen soll es das Unheil fernhalten, am Körper den Träger, an der Tür das Haus.

Bei der Einordnung des Trollkreuzes ist eine Unterscheidung wichtig. Der Glaube an die Schutzkraft des Eisens ist alt und gut bezeugt. Das Trollkreuz als bestimmtes, benanntes Amulett ist dagegen eine jüngere Erscheinung.

Diese Unterscheidung zieht sich durch die ganze Darstellung. Sie ist nötig, weil das Trollkreuz im heutigen Bild oft als uralt gilt, während seine belegbare Geschichte als geformtes Amulett kürzer ist.

In der Erforschung der Volksmagie ist das Trollkreuz ein gutes Beispiel dafür, wie ein alter Schutzgedanke, hier die Kraft des Eisens, in jüngerer Zeit zu einem bestimmten, marktfähigen Amulett verdichtet werden kann.

Eisen als Schutzmetall

Der Kern der Bedeutung des Trollkreuzes liegt im Material, im Eisen. Eisen galt in der nordischen und in der europäischen Volksmagie über lange Zeit als ein Metall mit schützender, abwehrender Kraft.

Dem Eisen wurde zugeschrieben, schädliche Mächte fernzuhalten. Trolle, Geister und andere unheilvolle Wesen sollten das Eisen scheuen. Eiserne Gegenstände galten darum als wirksame Abwehrmittel.

Dieser Glaube zeigte sich in vielen Bräuchen. Eiserne Gegenstände, Nägel, Klingen und Werkzeuge wurden an Schwellen, an Wiegen und in Ställen angebracht, um diese Stellen zu sichern.

Ein Grund für diese Vorstellung könnte in der besonderen Stellung des Eisens liegen. Seine Gewinnung und seine Bearbeitung im Feuer der Schmiede galten als ein Können mit eigener, fast geheimnisvoller Bedeutung.

Auch andere Schutzobjekte beruhen auf dieser Vorstellung. Das europäische Hufeisen verdankt seine Schutzbedeutung wesentlich dem eisernen Werkstoff. Auf der Seite zum Hufeisen ist dieser Zusammenhang näher dargestellt.

Das Trollkreuz besteht aus Eisen, und damit trägt es von vornherein die Schutzbedeutung dieses Materials in sich. Schon als Stück Eisen wäre es nach volkstümlichem Denken ein Abwehrzeichen, noch bevor seine Form hinzukommt.

Trolle in der nordischen Überlieferung

Das Trollkreuz richtet sich gegen die Trolle. Um das Amulett zu verstehen, lohnt ein Blick auf diese Wesen der nordischen Überlieferung.

Trolle sind in der skandinavischen Sagenwelt naturverbundene Wesen. Sie werden in den Bergen, in den Wäldern und in der Wildnis vorgestellt, abseits der Welt der Menschen.

Die Trolle galten als gefährlich. Sie konnten den Menschen, ihrem Vieh und ihren Häusern schaden. Besonders die einsamen, von der Wildnis umgebenen Höfe Skandinaviens fühlten sich solchen Wesen ausgesetzt.

In den Sagen treten die Trolle in vielen Gestalten auf, oft groß und ungeschlacht, manchmal listig, stets der Welt der Menschen fremd und feindlich. Sie verkörpern die unheimliche, ungezähmte Natur.

Gegen solche Wesen suchten die Menschen Schutz. Der Glaube, dass Trolle das Eisen scheuen, machte eiserne Gegenstände zu einem naheliegenden Abwehrmittel.

Das Trollkreuz nimmt diesen Glauben auf. Es ist ein eisernes Amulett, das schon in seinem Namen die Wesen nennt, gegen die es gerichtet ist. Es ist das Kreuz gegen die Trolle.

Gestalt des Trollkreuzes

Das Trollkreuz hat eine eigentümliche Gestalt. Es besteht aus einem einzigen Stück Eisen, das zu einer offenen Form gebogen ist.

Die Form erinnert an ein Kreuz oder an eine Schleife. Häufig ist das eine Ende des Eisenstabs zu einem Ring oder einer Krümmung gebogen, während das andere Ende anders gestaltet ist.

Diese Form wird gelegentlich mit einem Runenzeichen in Verbindung gebracht. Manche Deutungen sehen in der Krümmung des Trollkreuzes die Andeutung einer Rune. Sicher ist diese Deutung jedoch nicht.

Das Material ist Eisen, meist in der Form, wie es ein Schmied von Hand bearbeiten und biegen kann. Das Trollkreuz wirkt darum schlicht und handgemacht, nicht fein und kunstvoll.

Getragen wird das Trollkreuz als Anhänger an einer Schnur oder Kette. In dieser Form begleitet es den Träger. Größere Stücke werden an Türen oder im Haus angebracht.

Die schlichte, schmiedeeiserne Gestalt ist für das Trollkreuz kennzeichnend. Sie unterstreicht den Bezug zum Eisen und zur Arbeit des Schmieds, auf der die Schutzbedeutung des Amuletts beruht.

Die Frage des Alters

Beim Trollkreuz ist die Frage des Alters wichtig. Im heutigen Bild gilt das Trollkreuz oft als uraltes nordisches Amulett. Diese Vorstellung verlangt eine genaue Prüfung.

Richtig ist, dass der Glaube an die Schutzkraft des Eisens alt ist. Eiserne Gegenstände als Abwehr gegen Trolle und Unheil sind im skandinavischen und im europäischen Volksglauben über lange Zeit bezeugt.

Das Trollkreuz als ein bestimmtes, benanntes und in einer festen Form gestaltetes Amulett ist jedoch eine jüngere Erscheinung. Es wurde in neuerer Zeit bekannt und verbreitet.

Eine wichtige Rolle spielte dabei das 20. Jahrhundert. Das Trollkreuz wurde unter anderem durch eine Schmiedin aus einer schwedischen Landschaft weithin bekannt, die ein solches Stück als ein Erbstück ihrer Familie beschrieb und nachfertigte.

Das heutige Trollkreuz ist damit das Ergebnis eines Zusammenwirkens. Ein alter Schutzgedanke, die Kraft des Eisens gegen Trolle, wurde in jüngerer Zeit zu einem bestimmten, marktfähigen Amulett verdichtet.

Eine ehrliche Darstellung benennt beide Seiten. Der Glaube an das schützende Eisen ist alt. Das Trollkreuz als geformtes Amulett, wie es heute angeboten wird, ist eine junge Ausprägung dieses alten Glaubens.

Der Schmied und das Eisen

Das Trollkreuz ist eng mit der Gestalt des Schmieds verbunden. Der Schmied beherrschte das Feuer und formte das harte Eisen, und im Volksglauben galt sein Handwerk als eine Kunst mit besonderer Macht.

In den Sagen vieler europäischer Völker ist der Schmied eine bedeutsame Gestalt. Ihm wird oft eine Nähe zu geheimnisvollem Wissen und zu übernatürlichen Kräften zugeschrieben.

Diese Wertschätzung des Schmieds und seines Werkstoffs spiegelt sich im Trollkreuz. Es ist ein von Hand geschmiedetes Stück Eisen, und seine Schutzkraft hängt mit der Kunst des Schmieds zusammen.

Das von einem Schmied gefertigte Eisen galt als besonders wirksam. Im Feuer der Schmiede bearbeitet, war es nicht bloß Metall, sondern ein Stoff, der durch das Können des Schmieds eine eigene Bedeutung gewonnen hatte.

Das Trollkreuz ist damit kein fein gearbeitetes Schmuckstück, sondern ein handgeschmiedetes Amulett. Seine schlichte Gestalt verweist unmittelbar auf die Schmiede und auf die Kraft des dort bearbeiteten Eisens.

In dieser Verbindung von Schmied, Eisen und Schutz steht das Trollkreuz neben dem Hufeisen. Beide Amulette beruhen auf der Schutzkraft des Eisens und auf der besonderen Stellung des Schmieds.

Trollkreuz und verwandte Schutzbräuche

Das Trollkreuz steht nicht allein. Es gehört zu einer ganzen Gruppe von Schutzbräuchen, die in Skandinavien gegen Trolle und Unheil gerichtet waren.

Zu diesen Bräuchen gehörte das Anbringen eiserner Gegenstände an gefährdeten Stellen. Eisen über der Tür, an der Wiege oder am Stall sollte die schädlichen Wesen fernhalten.

Auch bestimmte Pflanzen galten als Schutz gegen Trolle. Besonders die Eberesche, ein Baum, dem im Norden eine schützende Kraft zugeschrieben wurde, gehörte zu diesen Abwehrmitteln.

Daneben gab es Schutzzeichen, Schutzsprüche und Bräuche, die an besonderen Tagen des Jahres begangen wurden. Die nordische Volksmagie kannte ein reiches Repertoire der Trollabwehr.

Das Trollkreuz fügt sich in dieses Repertoire ein. Es verdichtet den verbreiteten Brauch, mit Eisen gegen Trolle zu schützen, in ein einzelnes, tragbares Amulett.

Wer das Trollkreuz verstehen will, sollte es deshalb im Zusammenhang dieser ganzen Schutzpraxis sehen. Es ist die handliche, getragene Form eines Schutzgedankens, der im skandinavischen Volksglauben tief verankert war.

Schutz durch das Eisen

Die Schutzwirkung des Trollkreuzes beruht, wie dargestellt, vor allem auf dem Eisen. Das Trollkreuz schützt nicht durch ein Schreckbild und nicht durch ein heiliges Schriftzeichen, sondern durch sein Material.

Dieses Wirkprinzip, der Schutz durch einen bestimmten Stoff, ist in vielen Kulturen verbreitet. Ihm liegt der Gedanke zugrunde, dass die Kraft im Stoff selbst wohnt und wirkt.

Beim Trollkreuz ist es das Eisen, dem diese Kraft zugeschrieben wird. Das gebogene Stück Eisen wirkt nach volkstümlicher Vorstellung gegen die Trolle, weil es eben aus Eisen besteht.

Die Form des Trollkreuzes tritt demgegenüber zurück. Sie macht das Amulett wiedererkennbar und tragbar, doch die eigentliche Schutzkraft liegt im Material, nicht in der Gestalt.

Damit unterscheidet sich das Trollkreuz von Zeichen wie dem Pentagramm, deren Wirkung an der Form hängt. Beim Trollkreuz ist der Stoff entscheidend.

Das Trollkreuz ist damit ein klares Beispiel für ein Schutzobjekt, das durch sein Material wirkt. Es gehört zu den Stoffamuletten, und unter ihnen zu der großen Gruppe, die auf der Schutzkraft des Eisens beruht.

Heutige Rezeption

Das Trollkreuz ist heute vor allem in Skandinavien und im Umfeld des Interesses an nordischer Kultur bekannt. Es wird als Schmuckanhänger getragen und als Schutzzeichen verkauft.

In dieser Verwendung wird das Trollkreuz oft als altes nordisches Amulett dargestellt. Wie gezeigt, ist diese Darstellung zu vereinfacht. Der Glaube an das schützende Eisen ist alt, das geformte Trollkreuz ist jünger.

Für die einen ist das Trollkreuz ein ernst genommenes Schutzzeichen, für andere ein Schmuckstück oder ein Andenken an die nordische Kultur. In dieser doppelten Verwendung gleicht es vielen anderen Schutzobjekten.

Eine sachliche Darstellung würdigt das Trollkreuz, ordnet es aber richtig ein. Es ist die moderne, verdichtete Form eines alten Schutzgedankens, nicht ein unverändert überliefertes wikingerzeitliches Amulett.

Diese Einordnung mindert das Trollkreuz nicht. Es bleibt ein eindrückliches Schutzamulett, das den Glauben an die Kraft des Eisens und an die Abwehr der Trolle in einem schlichten, handgeschmiedeten Gegenstand sichtbar macht.

Das Trollkreuz ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie ein alter Schutzgedanke in der Gegenwart fortlebt. Aus dem verbreiteten Brauch, mit Eisen gegen Trolle zu schützen, ist ein benanntes, tragbares Amulett geworden.

Literatur (Auswahl)

  • Bengt af Klintberg: Svenska folksägner (Studien zur schwedischen Sagenüberlieferung)
  • Reimund Kvideland, Henning Sehmsdorf: Scandinavian Folk Belief and Legend (1988)
  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie (2006)
  • John Lindow: Swedish Legends and Folktales (1978)
  • Hilda Ellis Davidson: The Lost Beliefs of Northern Europe (1993)

Verwandte Schlüsselbegriffe: Trollkreuz Trollkors Eisen Trolle Schutzamulett Schmied Skandinavien Volksmagie.

iWell Guard und Schutztraditionen

iWell Guard steht in der kulturhistorischen Linie tragbarer Schutzobjekte, zu der auch das Trollkreuz gehört. Ein moderner Begleiter für Menschen, die mit Schutzsymbolen leben: gefertigt in Deutschland, 41 Ebenen aus Echtgold, Platin und Silber, mit 30-Tage-Rückgaberecht.

Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.