Gott des Lichts, der Musik, der Heilung und des Orakels. Apollon ist einer der zwölf Olympier und vielfältigster Gott der griechischen Religion. Sohn von Zeus und Leto, Zwillingsbruder der Artemis, verkörpert er Ordnung, Schönheit und Prophetie. Sein Heiligtum in Delphi ist der Nabel der antiken Welt; sein Orakel formt Entscheidungen von Königen und Sterblichen gleichermaßen.
Apollon ist Gott der griechischen Tradition, Schirmherr der Heilkunst, der Musik und des Orakels.
Typ: Griechische Hauptgottheit, Gott der Musen, der Heilung, des Lichts und der Prophezeiung
Pantheon: Griechenland (eine der zwölf Olympier), Römisch unverändert übernommen
Funktion: Musik und Dichtkunst, Heilung und Pest, Bogenschießen, Orakel, Rückzug der Maße (mhdén ´agan)
Hauptattribute: Bogen mit silbernen Pfeilen, Kithara (Lyra), Lorbeerkranz, Dreifuß
Hauptkultorte: Delphi (Hauptorakel der antiken Welt), Delos (Geburtsort), Klaros, Didyma, Patara
Römisches Pendant: Apollo (unverändert)
Apollon ist seit Homer (8. Jh. v. Chr.) zentral in der griechischen Mythologie. Sein Hauptkultort Delphi entstand vermutlich im 8. Jh. v. Chr. (über einer älteren Erd-Orakel-Stätte der Gaia/Themis), wurde zum panhellenischen Heiligtum und blieb fast 1000 Jahre das wichtigste Orakel der antiken Welt, bis 392 n. Chr. unter Theodosius geschlossen.
Hauptblütezeit der Apollon-Theologie: 5./4. Jh. v. Chr. (Pindar, Aischylos, Sophokles, Platon). Im römischen Reich wurde der Apollon-Kult durch Augustus zum Staats-Programm: der Apollo-Palatinus-Tempel in Rom war zentrales Reichsheiligtum. Mit der Spätantike Niedergang; der letzte Pythias-Spruch in Delphi 393 n. Chr.
Hauptkultorte: Delphi (das pythische Orakel, panhellenisch, mit der berühmten Pythia, die ihre Sprüche über Erddampfen in Trance verkündete), Delos (mythischer Geburtsort, panhellenisch heilige Insel mit Geburtsverbot), Klaros (Kleinasien, zweites bedeutendes Orakel), Didyma (bei Milet, Apollon-Tempel mit eigenem Orakel), Patara (Lykien, Winter-Orakel-Sitz).
Die Pythischen Spiele in Delphi (alle 4 Jahre) zählten zu den vier panhellenischen Spielen. Römisch: Tempel des Apollo Palatinus in Rom (Augusteisch), Sosianus-Tempel.
Zu den zentralen Quellen zählen Hesiod (Theogonie) sowie Homers Ilias und Odyssee. Sie sind zentral, denn Apollon ist der wichtigste griechische Gott in der Ilias auf trojanischer Seite. Hinzu kommt der Homerische Hymnos an Apollon als längster Apollon-Text, der Delos- ebenso wie Delphi-Aspekte behandelt. Weitere Quellen sind Pindar (Pythische Oden), Aischylos Die Eumeniden, Plutarch (De Defectu Oraculorum, späte Reflexion über den Niedergang des Orakels) und Pausanias Beschreibung Griechenlands Buch X (Delphi-Topographie).
Sekundärliteratur: Burkert, Griechische Religion; Graf, Apollo; Bowden, Classical Athens and the Delphic Oracle; Fontenrose, The Delphic Oracle.
Apollon wird als schöner, bartloser Jüngling dargestellt, oft mit einer Leier in den Händen oder mit Pfeil und Bogen. Sein Symbol ist die Sonne (obgleich Helios die direkte Sonnengott-Personifikation ist).
Der Lorbeerkranz, der goldene Stab (thyrsos), die Schlangenbekämpfung (Kampf gegen den Python) zieren seine Ikonographie. Seine Farben sind Gold und Weiß; sein Tier der Rabe, sein Baum der Lorbeer.
Apollon wird in drei Hauptaspekten verehrt: als Heiler (Gott, der Pest sendet und heilt), als Seher (durch das Orakel von Delphi), und als Musiker (Erfinder und Meister der Leier). Seine Priesterschaft in Delphi ist berüchtigt für vielsagende, mehrdeutige Orakel-Antworten, die Schicksale prägen.
Der Delphische Sprauch »Erkenne dich selbst« wird Apollon zugeschrieben. Pythagoreer und Platoniker sehen in ihm den Inbegriff von Harmonie und Vernunft. Seine jährlichen Feste in Delphi und Delos versammeln Pilger aus ganz Hellas.
Erscheinung und Symbolik
Apollon verkörpert den idealen ephebischen Körper, jung, behaart, muskulös, oft nackt dargestellt mit der Lyra, seinem primären Musikinstrument. Seine ikonografischen Attribute sind präzise: die Leier (Erfindung des Hermes, von Apollon erworben), der Bogen und Köcher (Waffen seiner Tödlichkeit), der Lorbeerkranz (Symbol seines Sieges über die Python und Preis der Dichter).
Der Wolf war sein heiliges Tier, ebenso der Rabe, beide Symbole der Prophezeiung. Der Lorbeerbaum war ihm geheiligt; die Pythia in Delphi kaute Lorbeerblätter vor ihren Prophetien. Seine Farbe war die Goldfarbe der Sonne; sein Licht durchdrang alle künstlerischen und spirituellen Erkenntnisse.
Die wichtigsten Aspekte von Apollon auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und kulturelle Parallelen zusammen.
Apollon ist Sohn des Zeus und der Titanin Leto, Zwillingsbruder der Artemis. Geboren auf der Insel Delos, wo Leto (von Hera verfolgt) Zuflucht fand. Drei Tage nach der Geburt erschlug Apollon den Drachen Python in Delphi und übernahm das Orakel von der vorhellenischen Erdgottheit Themis.
Zu seinen literarischen Affairen zählen Daphne (die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde, daher sein Lorbeerkranz), Cassandra (der er die Wahrsagungsgabe schenkte, dann aber den Glauben entzog), Hyakinthos (der Geliebte, der durch einen Diskuswurf starb, Apollon erinnert seinen Tod im Hyakinthien-Fest), Cyrene (Gründerin der gleichnamigen Stadt). Vater des Asklepios (Heilgott) und mehrerer prophetischer Heroinen.
Doppelfunktion typisch für Apollon: Pest-Bringer (Ilias-Anfang, die Pest im griechischen Lager als Apollons Strafe) und Heilgott (Vater des Asklepios, Patron der Ärzte). Patron der Musik und Dichtkunst, Führer der neun Musen am Helikon. Patron der Bogenkunst mit silbernen Pfeilen.
Orakel-Gott par excellence, sein Tempel in Delphi war Religionszentrum der griechischen Welt. Lichtgott (Apollon Phoebus, „der Strahlende“), später im Synkretismus mit Helios als Sonnengott. Patron der Reinheit und der Maße (das delphische „Erkenne dich selbst“ und „Nichts im Übermaß“ sind Apollon-Sprüche). Patron der jungen Männer-Initiationen (Ephebia).
Junger, schöner, bärtloser Mann mit langem gewelltem Haar, das Idealbild griechischer Männerschönheit, kanonisiert durch die Apollon Belvedere-Skulptur. Nackt oder mit leichtem Lendentuch / Mantel. Lorbeerkranz (Daphne-Symbol) auf dem Kopf. Bogen und Pfeil-Köcher (silberne Pfeile, kein Bronze wie bei Artemis).
Kithara (Lyra mit größerem Resonanz-Körper) in der Hand, spielt darauf am Göttertisch. Dreifuß (Symbol des delphischen Orakels). Begleitet von der Pythia (in Delphi-Darstellungen). In archaischer Kunst gelegentlich noch mit langem Bart, klassisch immer jung-bartlos.
Wirkungsbereich: Apollon war einer der meist-verehrten griechischen Götter. Im persönlichen Kult angerufen für Heilung (besonders bei Pest), Inspiration vor Dicht- oder Musik-Aktivitäten, Reinigung nach religiösem Mord (Kathartischer Apollon).
Der wichtigste öffentliche Kontakt mit Apollon war das delphische Orakel: Polizei-Beamte und Könige aus dem gesamten Mittelmeerraum reisten nach Delphi, um Pythias Sprüche zur Politik, Kolonisation, Krieg, Heirat einzuholen.
Die Pythia saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte, kaute Lorbeerblätter und sprach in Trance, ihre Sprüche wurden von Priestern in Hexameter-Verse gesetzt. Hauptfeste: Pythien (alle 4 Jahre, panhellenisch), Karneia (Sparta), Hyakinthien (Sparta), Daphnephoria (Theben). In Römisch-Augusteischer Zeit Apollo-Ludi.
Bogen mit silbernen Pfeilen, Kithara (größere Lyra), Plektron, Lorbeerkranz (Daphne-Symbol), Dreifuß (Orakel–Symbol), Omphalos-Stein (Delphi, Mittelpunkt der Welt), Sonnenscheibe (später durch Helios-Synkretismus), Schwan (Begleitvogel), Delphin (Beiname Apollon Delphinios). Heilige Pflanzen: Lorbeer, Palme (Delos-Geburtssymbol). Heilige Tiere: Schwan, Delphin, Wolf, Greif, Maus (Apollon Smintheus, Mausgott).
Apollo (Rom, nahezu identische Übernahme), Helios (Griechenland, spätere Synkretisierung als Sonnengott, hellenistisch), Sol Invictus (Rom, spätrömische Sonnen-Identifikation, möglicher Vorläufer der Christus-Sol-Symbolik), Mithra (Persisch, Sonne und Wahrheit), Sûrya (Hinduismus), Re (Ägypten, Sonnen-Hauptgott), Lugh (Keltisch, Licht-Gott der vielen Künste), Bragi (Germanisch, Dichtung), Nergal (Mesopotamien, Pestbringer-Aspekt). Funktional: alle Heil-Patrone der Pest und Heil-Doppelfunktion (wie Sechmet) teilen Apollon-Aspekte.
Verehrung im Alltag
Rituale und Anrufungen
Das delphische Orakel mit der Pythia stand im Zentrum des Apollonkults. Päane wurden zur Abwehr von Seuchen gesungen, die Feste Thargelien und Karneien begangen. Bei Blutschuld war Apollon die zentrale Instanz für Reinigungsriten (Katharsis).
Beschwörungen und Anrufungen
Textüberlieferung und Formeln
Der homerische Apollonhymnus besingt Geburt und Machtbereiche des Gottes. Die Orakelsprüche von Delphi wurden gesammelt und literarisch verarbeitet, und der Päan bildete eine eigene Hymnengattung im Dienst Apollons. Auch Kallimachos widmete ihm einen Hymnus.
Amulette und Schutzsymbole
Materielle Apotropäika und archäologische Belege
Vor Haustüren stand der Apollon Agyieus, ein kegelförmiger Pfeiler oder Baityl, der die Schwelle sichern sollte. Apollon wurde als Alexikakos, „Abwender des Übels“, angerufen; Lorbeerzweige galten als reinigend und schützend und sind in Heiligtümern wie Delphi breit bezeugt.
Sonnengötter und Licht-Gottheiten gibt es überall: Helios (Griechenland, reiner Sonnengott), Ra (Ägypten), Surya (Indien), Shamash (Mesopotamien). Apollons Verbindung zu Heilung und Musik ist einzigartig, sie verbinden ihn mit Asklepios (seinem Sohn) und mit den Musen.
Seine Prophetie-Gabe teilt er mit Athena und Zeus, aber Delphi macht ihn einmalig. Der Python-Mythos (Kampf gegen das Chaos) verbindet ihn mit anderen Ordnungsgöttern wie Marduk oder Ra.
Das wichtigste Heiligtum Apollons war Delphi am Hang des Parnass. Dort gab die Pythia, die Priesterin des Gottes, Orakelsprüche, die im gesamten griechischen Kulturraum Gewicht hatten.
Über Jahrhunderte befragten Privatpersonen wie ganze Städte das Orakel vor Koloniegründungen, Kriegen und politischen Entscheidungen. Delphi galt als Mittelpunkt der Welt; ein Stein, der omphalos oder Nabel, markierte diese Stelle.
Der Gründungsmythos erzählt, dass der Ort zuvor einer chthonischen Macht gehörte. Apollon erschlug dort eine Schlange oder einen Drachen, in den Quellen Python genannt, und nahm das Heiligtum in Besitz.
Aus diesem Sieg leitet die Überlieferung den Beinamen Pythios und den Namen der Priesterin, Pythia, ab. Der homerische Apollonhymnos schildert die Suche des Gottes nach einem Kultort und den Drachenkampf ausführlich.
Wie die Orakelpraxis konkret funktionierte, ist in der Forschung umstritten. Antike Autoren berichten von Dämpfen aus einer Erdspalte, die die Pythia in einen veränderten Zustand versetzt hätten.
Lange galt das als legendarisch, doch geologische Untersuchungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass am Standort tatsächlich Verwerfungslinien und gasführende Schichten vorhanden sind, was die antiken Angaben zumindest nicht ausschließt.
Sicher ist, dass die Sprüche durch Priester in eine deutbare Form gebracht wurden. Delphi war damit weniger eine geheimnisvolle Einzelstimme als eine über Jahrhunderte stabile religiöse Institution, deren Einfluss auf die griechische Geschichte kaum zu überschätzen ist.
Apollon ist der Gott der Musik, vor allem der Saitenmusik. Sein Instrument ist die Kithara, eine Form der Leier. Er führt den Chor der Musen an und trägt deshalb den Beinamen Musagetes. In der griechischen Vorstellung steht seine Musik für das Geordnete, das Maßvolle, das Harmonische.
Damit verbindet sich ein Gegensatz, der in mehreren Mythen ausgespielt wird: der Gegensatz zur ekstatischen, atemgetriebenen Musik des Aulos, der Doppelflöte.
Dieser Gegensatz wird im Mythos von Marsyas erzählt. Der Satyr Marsyas findet den von Athene weggeworfenen Aulos und wird ein so virtuoser Spieler, dass er Apollon zum Wettstreit herausfordert. Die Musen oder andere Götter entscheiden zugunsten Apollons.
Als Strafe für die Anmaßung lässt der Gott den Satyr bei lebendigem Leib häuten. Ein zweiter musikalischer Wettstreit, der mit dem Hirtengott Pan, endet glimpflicher: Hier urteilt König Midas gegen Apollon und erhält dafür Eselsohren.
Beide Erzählungen sind religionswissenschaftlich aufschlussreich. Sie ordnen die Musikinstrumente und Musikstile ein und verbinden sie mit unterschiedlichen göttlichen Bereichen, dem apollinischen Maß und dem dionysisch-pansischen Rausch. Zugleich behandeln sie das Thema der Hybris: Wer sich mit einem Gott misst, verliert, und die Strafe ist hart.
Die grausame Häutung des Marsyas war in der antiken Kunst ein verbreitetes Motiv. Die Mythen zeigen Apollon als Gott, der nicht nur Schönes hervorbringt, sondern auch als unerbittlicher Wächter der Rangordnung zwischen Mensch, Halbgott und Gott auftritt.
Apollon ist der Gott der Heilung, aber zugleich der Gott, der Seuchen schickt. Diese Doppelnatur ist nicht nebensächlich, sondern gehört zum Kern seines Wesens. Schon der Beginn der Ilias zeigt es: Weil der König Agamemnon den Priester des Apollon, Chryses, beleidigt hat, sendet der Gott eine Pest in das griechische Heer.
Apollons Pfeile, sonst Bilder des plötzlichen Todes von Männern, treffen hier ganze Lager. Erst die Versöhnung des Gottes durch Opfer und die Rückgabe der geraubten Tochter beendet die Seuche.
Auf der anderen Seite ist Apollon der Vater des Asklepios, des Heilgottes. Apollon selbst trägt heilbezogene Beinamen, etwa Paian, ursprünglich der Name eines Heilgottes, der mit ihm verschmolz und zugleich zur Bezeichnung eines kultischen Heilgesangs wurde. In dieser Funktion wurde er als Apollon Iatros, der Arzt, oder als Abwehrer von Unheil verehrt.
Die Forschung hat diese Ambivalenz als typisch für das griechische Götterbild herausgestellt. Apollon ist die Macht, die über plötzliche, von außen kommende Bedrohungen verfügt, über Seuche und plötzlichen Tod ebenso wie über deren Abwehr und Heilung. Wer eine Krankheit abwenden wollte, musste sich an dieselbe Macht wenden, die sie senden konnte.
Der Beiname Apotropaios, der Abwehrende, und Alexikakos, der Übelabwehrer, gehören in diesen Zusammenhang. Diese Vorstellung darf nicht als Heilversprechen missverstanden werden; sie spiegelt das antike Bemühen, ein unverfügbares Geschehen wie Epidemien religiös zu deuten und rituell zu beantworten.
Der Name Apollons ist über die Antike hinaus zu einem Begriff der Kulturtheorie geworden. Entscheidend war Friedrich Nietzsche, der in seinem Frühwerk Die Geburt der Tragödie von 1872 das Apollinische und das Dionysische als zwei gegensätzliche Grundkräfte der griechischen Kultur und der Kunst überhaupt einander gegenüberstellte.
Das Apollinische steht bei ihm für Maß, Form, Klarheit, den schönen Schein und die Individuation, das Dionysische für Rausch, Auflösung der Grenzen und das ekstatische Aufgehen im Ganzen.
Diese Begriffsbildung hatte enorme Wirkung auf die Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts, von der Literaturwissenschaft bis zur Anthropologie. Sie wurde zur gängigen Formel, um Gegensätze von Vernunft und Rausch, Ordnung und Chaos zu fassen.
Religionswissenschaftlich ist hier allerdings Vorsicht geboten. Nietzsches Begriffspaar ist eine philosophische Konstruktion des 19. Jahrhunderts, keine Beschreibung der antiken Religion. In der gelebten griechischen Religion standen sich Apollon und Dionysos keineswegs nur als Gegner gegenüber.
Im Gegenteil zeigt gerade Delphi die Verschränkung. Dort herrschte Apollon den größten Teil des Jahres, doch in den Wintermonaten, wenn das Orakel ruhte, galt das Heiligtum als Stätte des Dionysos.
Beide Götter teilten sich denselben heiligen Ort. Die Forschung, etwa Walter Burkert, hat betont, dass das griechische Pantheon nicht in feste Lager zerfiel, sondern dass dieselbe Kultlandschaft verschiedene göttliche Aspekte aufnehmen konnte.
Die Karriere des Begriffs apollinisch sagt damit mehr über die moderne Kulturdeutung aus als über den antiken Gott selbst, ein lehrreiches Beispiel für die Differenz zwischen historischer Quelle und späterer Aneignung.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Apollon ist einer der zwölf olympischen Götter, Sohn des Zeus und der Titanin Leto, Zwillingsbruder der Artemis.
Er ist Gott des Lichts, der Künste (besonders Musik und Dichtung), der Heilung und der Weissagung. Sein wichtigstes Heiligtum war Delphi am Fuß des Parnass, dort sprach die Pythia ihre berühmten Orakel.
Apollon erschlug den Drachen Python (oder die Schlange) am Ort des späteren Heiligtums, ein klassischer Drachentöter-Mythos. Er gilt als ideal-griechischer Gott, schön, jung, vernunft-betont, Apollinisch (im Sinne Nietzsches im Gegensatz zum Dionysischen).
Das Orakel von Delphi war das wichtigste Orakelheiligtum der griechischen Welt, über etwa tausend Jahre konsultiert (etwa 800 v. Chr. bis 393 n. Chr. als es von Theodosius geschlossen wurde).
Die Pythia, eine Priesterin auf einem Dreifuß über einer Erdspalte mit aufsteigenden Dämpfen (möglicherweise Ethylen-haltige Gase, wie moderne geologische Studien zeigen), gab in Trance Apollons Antworten. Politische, militärische und private Fragen wurden gestellt; die Antworten waren oft mehrdeutig (legendär: das Holzwall-Orakel an Themistokles vor Salamis).
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
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