Wesen aus der Tibet-Tradition auf iWell Guard. Tibetisch-buddhistische Tradition (Vajrayana) mit Bonpo-Substraten. Schutzgottheiten, zornvolle Buddhas, Bardo-Wesen.
Tibet ist religiös geprägt von zwei Strömungen: dem einheimischen Bön und dem ab dem 7. Jahrhundert importierten Buddhismus, der in Tibet eine eigentümliche Form annahm, den Vajrayana, das „Diamantfahrzeug“. Beide Traditionen haben sich gegenseitig stark beeinflusst.
Der tibetische Buddhismus ist außergewöhnlich reich an Wesensklassen. Buddhas, Bodhisattvas und meditative Yidam-Gottheiten gehören zur erleuchteten Sphäre. Daneben stehen Dharmapalas, Schutzgottheiten wie Mahakala, Palden Lhamo, Yamantaka, Pehar, die monastische Linien und buddhistische Lehren bewachen. Sie können in friedlich oder zornvoll erscheinender Form abgebildet werden.
Aus der Bön-Schicht und Volksreligion stammen weitere Wesen: Klu (Naga-artige Wassergeister), Tsen (Berggeister), Mamo (chthonische Frauen), Bon-Götter wie Tonpa Shenrab. Die tibetische Kosmologie hat dadurch eine außergewöhnliche Dichte an Schutzwesen und Gegenmächten, religionsgeschichtlich (de Nebesky-Wojkowitz, Tucci) eine besonders reichhaltige Tradition.
Zeitraum: Bonpo-Substrat (vor 8. Jh.), Vajrayana-Buddhismus seit dem 8. Jh. (Padmasambhava).
Verbreitung: Tibet, Bhutan, Sikkim, Ladakh, Mongolei, exilierte Diaspora.
Quellen: Tibetischer Kanon (Kanjur, Tanjur), Bardo Thodol (Tibetisches Totenbuch), Tantras, Hagiographien.
Pantheon und Wesensklassen: Buddhas, Bodhisattvas, Dharmapala (Schutzgottheiten: Mahakala, Yamantaka, Palden Lhamo), Nechung-Orakel, Mamo, Tsen, Nyen.
Die tibetische Religion basiert auf dem tibetischen Buddhismus (Vajrayana), wurde aber durch die vorbuddhistische Bonpo-Religion geprägt. Der Buddhismus kam im 7. Jahrhundert und synthetisierte sich mit Bonpo-Elementen. Die legendäre Figur Padmasambhava (8. Jahrhundert) gilt als Gründer des tibetischen Buddhismus und integrierte lokale Dämonen und Geister als buddhistische Schutzgottheiten. Das Pantheon ist komplex: Buddha-Formen, Bodhisattvas, lokale Schutzgottheiten (oft furchterregend), Lamas als wiedergeborene Wesen (Tulkus). Die tantrische Praxis zelebriert transgressive Symbole und ekstakische Techniken. Die Bardo Thodol-Lehre beschreibt den Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt. Regional variiert die Praxis (Gelug, Nyingma, Kagyu, Sakya Schulen). Die chinesische Invasion Tibets (1950) und die Cultural Revolution (1966–1976) verfolgten den Buddhismus intensiv. Diaspora seit 1959 bewahrt Tradition unter schwierigen Bedingungen.
Tibetische Alltagspraxis umfasst tägliche Gebete, Mantras und Meditation. Schutzrituale gegen böse Geister und schädliche Einflüsse sind routiniert. Mani-Mühlen und Gebetsfahnen sind Alltags-Objekte mit spirituellen Effekten. Lamas als spirituelle Lehrer und Heiler sind zentral. Monastische Gemeinschaften strukturieren religiöses Leben. Orakel und Wahrsagerei sind praktizierten, besonders durch hochrangige Lamas. Pilgerfahrten zu heiligen Orten (Mount Kailash, Lhasa) sind wichtig. Trance-Staaten und übernatürliche Erfahrungen sind in tantrischen Praktiken gesucht. Volksglaube an Geister, Dämonen und lokale Gottheiten überlagert den Buddhismus. Schutzamulette (Amulets) und magische Symbole sind verbreitet. Tempelkulte und öffentliche Zeremonien sind zentral.
Der tibetische Buddhismus bleibt eine lebendige Tradition unter Tibetern und in der Diaspora. China versucht Kontrolle und Säkularisierung; Junge Tibeter werden assimiliert. Westliche Rezeption romantisiert Tibetan Buddhism (Dalai Lama-Kult, Shangri-La-Mythos). Popkultur (Filme, Bücher) hat Tibet-Mystik ästhetisiert. Akademisch ist tibetische Philosophie und Praxis intensiv studiert. Das Exil-System unter dem Dalai Lama (bis 2011) schuf externe Autoritäten. Neue Generationen kämpfen mit modernen Leben vs. traditionellen Praktiken. Umwelt- und Menschenrechtsfragen komplexifizieren die Rezeption. Die Tradition ist global, aber unter politischem und kulturellem Druck.

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Tibets religiöse Geschichte beginnt mit Bön, der vorbuddhistischen Religion. Der Buddhismus erreichte Tibet im 7. und besonders im 8. Jahrhundert (Padmasambhava). Die zweite Verbreitungswelle (10.-11. Jh.) führte zur Etablierung der vier Hauptschulen: Nyingma, Kagyü, Sakya, Gelug (mit dem Dalai Lama als wichtigstem Lehrer).
Neben den klösterlichen Zentren existieren die Ngakpa, verheiratete Tantrika, die in der Welt leben. Zentral für die tantrische Praxis ist der Yidam, eine erleuchtete Gottheit, mit der der Praktizierende durch Visualisation, Mantra und Mudra eine kontemplative Identifikation aufbaut.
Die tibetische Tradition kennt eine eigene Klasse: die Dharmapala (Dharma-Beschützer), zornvolle Gottheiten wie Mahakala, Palden Lhamo, Yamantaka. Sie erscheinen schreckenerregend, mit Totenschädel-Diadem, Flammenaureole, vielen Armen mit rituellen Waffen. Religionsgeschichtlich integrieren sie ältere Bön-Schutzgeister und tantrische indische Götter.