Vajrapani ist Gott der buddhistischen Tradition.
Der Bodhisattva des Blitzstrahls, Beschützer und Kraftwächter Buddhas.
Vajrapani ist Bodhisattva der Kraft und Donnerkeil-Wächter des Buddha-Dharma.
Vajrapani ist einer der mächtigsten Bodhisattvas des Mahayana-Buddhismus, eine Figur zwischen Gott und erleuchteter Wesen. Mit seinem Vajra (Donnerkeil) in der Hand steht er als Wächter an Buddhas Seite, bereit, böse Kräfte zu zerschmettern. Sein Name bedeutet »Donnerkeil-Hand«. Im Tibetischen Buddhismus ist Vajrapani Beschützer, und zugleich tantrischer Meister, sein intensives Mantra und seine Visualisierung führen zur inneren Kraft und zum Schutz vor negativen Energien.
Typ: Mahayana-Buddhistischer Hauptbodhisattva, Verkörperung der Kraft der Buddhas
Pantheon: Mahayana- und Vajrayana-Buddhismus
Funktion: Schützer des Buddha und der Lehre, Verkörperung der spirituellen Kraft
Hauptattribute: Vajra (Donnerkeil), wrathful (zornvolle) Manifestation, Tigerfell-Schurz
Hauptkultorte: Sera- und Drepung-Klöster (Tibet), Nepalesische und Bhutanesische Klosteranlagen
Zugehörigkeit: einer der drei Hauptbodhisattvas (mit Avalokitesvara und Manjushri)
Vajrapâṇi („Vajra-in-der-Hand“) ist seit den frühen Mahâyâna-Sutren (1.–2. Jh. n. Chr.) belegt. In den Pali-Texten als Yaksha-Bodyguard des Buddha erwähnt. Hauptblütezeit der wrathful-Form ist die tantrische Vajrayâna-Tradition (8. Jh. ff.) in Tibet. Heute zentrale Schutzgottheit in den tibetischen Buddhismus-Schulen, besonders der Gelug-Tradition.
Hauptkultorte: tibetische Gelug-Klöster (Sera, Drepung, Gandän, Tashilhunpo), Nepalesische Sherpa-Klöster, Bhutanesische Drukpa-Tradition. In Japan als Kongôrikishi oder Nio, die zwei Schwellen-Wächter an jedem japanischen Tempel-Eingang. In China als Heng-Ha-Wächterpaar. In Mongolei und Burjatien zentral.
Zentrale Quellen: Lankâvatâra-Sutra, Vajrapâṇi-Vajra-Sûtra, tantrische Texte der Caryâ-Tantra-Klasse, das tibetische Sadhana-mala. Sekundärliteratur: Lalou, Iconographie des étoffes peintes (paṭa) dans le Mañjušrîmûlakalpa; Ngakchang Rinpoche / Khandro Déchen, The History of Vajrapâṇi; Lopez, Religions of Tibet in Practice.
Vajrapani wird häufig blau oder dunkelblau dargestellt, muskulös und kriegerisch. Er trägt einen Vajra, oft in der rechten Hand oder in beiden Händen erhoben. Manchmal hält er auch eine Schlange (Naga) oder hat flammende Haare. Sein Körper ist nackt oder minimal bekleidet, von Feuer und Blitzen umgeben. Die böse Grimasse, Zähne bleckend, Augen weit geöffnet, ist nicht Böses, sondern erbitterter Widerstand gegen Unwissenheit.
Vajrapani ist der Beschützer-Bodhisattva, seine Kraft zerschmettet äußere und innere Hindernisse. In tantrischen Praktiken wird Vajrapani visualisiert: Der Praktizierende sieht sich selbst als Vajrapani, hält den Vajra, rezitiert das Mantra Om Vajrapani Hum. Dies ist nicht Waffe-Training, sondern innere Transformation, die Umwandlung von Wut in erleuchtete Wut, von roher Kraft in weisheits-volle Kraft. Vajrapani-Initiation (abhisheka) ist in Tibetisch-buddhistischen Schulen wichtig.
Die wichtigsten Aspekte von Vajrapâṇi auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und Parallelen zusammen.
Vajrapâṇi entsteht in der Mahâyâna-Tradition als Verkörperung der Kraft (bala) der Buddhas, während Avalokitesvara das Mitleid und Manjušri die Weisheit verkörpert, ist Vajrapâṇi die spirituelle und schützende Macht. In den frühen Texten ist er Bodyguard Buddhas; in der tantrischen Tradition entwickelt er sich zu einer eigenständigen wrathful-deity. Im japanischen Synkretismus als die zwei Nio-Wächter aufgespalten.
Schützer der buddhistischen Lehre und der Praktizierenden. Verkörperung der spirituellen Macht, die Hindernisse auf dem Pfad zerstört. In tantrischen Praktiken zentraler Schutz vor Mara, allen negativen Kräften und Stör-Dämonen. In Tibet ein Hauptmeditations-Yidam für das Verlangen nach kräftiger Praxis. Wer die Vajrapâṇi-Mantra rezitiert, erhält Schutz vor allen äußeren und inneren Bedrohungen.
Wrathful, dunkelblauer (manchmal schwarzer) muskulöser Mannskörper. Drittes Auge, flammendes Haar, breiter Mund mit gekrümmten Zähnen, flammende Aureole. Vajra (Donnerkeil) in der erhobenen Rechten. Tigerfell-Schurz. Schlange als Gürtel. Knochenornamente. Drei Augen. Krone aus Schädeln. Bei Cham-Tänzen oft mit Lasso (Pâsa). Sanftere Form (Aryadeva-Vajrapâṇi): junger Bodhisattva mit goldener Haut, Vajra in der Rechten.
Wirkungs-Bereich: Vajrapâṇi wird in tibetischen Klöstern bei Initiations-Ritualen und Schutz-Ritualen angerufen. Sein Mantra OM VAJRAPÂṇI HṚM ist eines der häufigsten Schutz-Mantras. In den Cham-Tanzritualen erscheint er als Maskenträger. Als Nio-Wächter in Japan steht er Pfortenpaar an jedem Buddha-Tempel und schützt gegen Eintritt böser Geister. Persönliche Anrufung: bei Krankheit oder Bedrohung.
Vajra (Donnerkeil, Hauptattribut), Lasso (Pâsa), drittes Auge, flammende Aureole, Tigerfell-Schurz, Schädel-Krone, Knochenornamente, Schlange als Gürtel. Heilige Tiere: Tiger (Pelz), Schlange. Heilige Pflanzen: Lotos. Heilige Farben: dunkelblau, schwarz, feuerrot.
Avalokitesvara (Buddhismus, Mitleids-Bodhisattva), Mañjušrî (Buddhismus, Weisheits-Bodhisattva, mit Schwert), Mahakala (Buddhismus, verwandte wrathful Schutzgottheit), Yamantaka (Vajrayâna). Hindu-Wurzel: Indra (vedischer Donnerkeil-Träger, Vajrayudhasâsin). Globale Schwellen-Wächter-Parallelen: Bes (Ägypten), Pazuzu (Mesopotamien), Nio (Japan), Heng-Ha (China).
Vajrapani (skt. „Donnerkeil-Halter“) ist neben Avalokiteshvara und Manjushri einer der drei zentralen Bodhisattvas des Mahayana und tantrischen Buddhismus. In tibetischen Klöstern stehen Vajrapani-Statuen als Tor-Wächter (dvarapala) am Eingang. Im Vajrayana ist er zentrale tantrische Schutzgottheit (Yidam) der Drei-Familien-Beschützer. Pujas finden täglich morgens vor Praxisbeginn statt (vgl. Linrothe).
Das Vajrapani-Mantra „Om Vajrapani Hum“ wird zur Schutz-Praxis rezitiert. Das mächtigere Mahayana-Mantra ist in der Vajravidarana-Dharani enthalten. In der Mahayana-Tradition ist das Sutra des „Königs Mahavairocana“ (Tantra) ein Hauptquellentext.
Vajra (Donnerkeil) als zentrales Symbol, als kleine Bronze-Ritualinstrumente in der Vajrayana-Praxis ebenso wie als Anhänger getragen. Phurba (Ritual-Dolch) als gegen-dämonisches Werkzeug. Skulpturen Vajrapanis im zornigen Aspekt mit Flammen-Aura, Tigerfellrock, Schädelkrone, werden in tibetischen Tempeln aufgestellt.