Sarruma, Hurritisch-hethitischer Berggott und Königsschützer

Sarruma ist ein hurritischer Berggott, der Sohn Teshubs und Hebats. Er war persönlicher Schutzgott des hethitischen Großkönigs Tudḫaliya IV. (13. Jahrhundert v. Chr.), der ihn in Yazılıkaya in der berühmten ‚göttlichen Umarmung‘ darstellen ließ.

GottHethitischSchutzgott

Inhaltsverzeichnis

Sarruma - Götter aus der Hethitisch-Tradition, historisch-illustrativ

Šarruma tritt im hurritisch-hethitischer Kult als Sohn Tešubs und Berggott auf.

Einordnung und Kurzprofil

Sarruma (auch Šarruma, Šarrumma) ist der Sohn der hurritischen Hochgötter Teshub und Hebat. Volkert Haas hat in Geschichte der hethitischen Religion (1994) gezeigt, dass er ursprünglich Stadtgott von Kummanni in Kizzuwatna war und im Verlauf des 14. und 13. Jahrhunderts v. Chr. zu einem zentralen Schutzgott der hethitischen Großkönige aufstieg. Innerhalb der hethitischen Tradition ist er der prominenteste Schutzgott des Spätreichs.

Sein religionsgeschichtliches Profil ist das eines ‚göttlichen Sohnes‘ und persönlichen Schutzgottes: Er steht nicht an der Spitze des Pantheons, ist aber dem Großkönig in besonderer Weise nahe. Tudḫaliya IV. nannte sich ‚Geliebter des Sarruma‘ und ließ sich in Yazılıkaya Kammer B von Sarruma in einer schützenden Umarmungsgeste darstellen. Diese ikonische Bildformel ist eines der wichtigsten Schutzbilder der altorientalischen Kunst.

Trevor Bryce hat in The Kingdom of the Hittites (2005) auf die politisch-religiöse Bedeutung dieser persönlichen Götterbeziehung hingewiesen: Sarruma steht für die Hurritisierung der hethitischen Königstheologie im 13. Jahrhundert v. Chr. Königin Puduḫepa und ihr Sohn Tudḫaliya IV. machten den Hurritismus zur Staatsreligion in einem Ausmaß, das im hethitischen Reich beispiellos war.

Eine bemerkenswerte Eigenheit Sarrumas ist seine doppelte Funktion als Berg-Gottheit und als persönlicher Königsschutzgott. Diese Verbindung von Naturheilig und Hofreligion ist in der altorientalischen Religionsgeschichte selten und macht ihn zu einer der theologisch interessantesten Gestalten des hurritisch-hethitischen Pantheons. Im späten 13. Jahrhundert v. Chr. erreichte sein Kult unter Tudḫaliya IV. seinen Höhepunkt.

Im hieroglyphen-luwischen Korpus tragen mehrere Königsfiguren den theophoren Namensbestandteil ‚Šarruma‘ (z.B. Sarruma-DEUS, Sarruma-Sohn-XY), was die Lebendigkeit seines Kults im 1. Jahrtausend v. Chr. dokumentiert.

Name und Etymologie

Der Name Sarruma ist hurritisch; eine plausible Etymologie verbindet ihn mit dem Element šarri-, das in mehreren altorientalischen Sprachen ‚König‘ bedeutet (semitisch šarru, akkadisch šarru). Sarruma wäre dann ‚der königliche‘, ‚der zum Königtum gehörende‘. Volkert Haas und Daniel Schwemer haben diese Etymologie als wahrscheinlich diskutiert.

In Keilschrifttexten erscheint er als Šar-ru-ma, Šar-ru-um-ma; im Hieroglyphen-Luwischen als ‚TUTELARY+ra/i-ma‘ (das Logogramm TUTELARY verweist auf seine Schutzgott-Funktion). Im Akkadischen wird er nicht ohne weiteres identifiziert; sein hurritischer Charakter bleibt klar erkennbar.

Eine zweite Etymologie verbindet den Namen mit einem Bergnamen ‚Šarruma‘ in Kizzuwatna; Sarruma wäre dann ursprünglich Berggottheit und erst sekundär Königsschutzgott. Beide Etymologien sind wahrscheinlich miteinander vereinbar: Berggott am Šarruma-Berg, dessen Name dann auf ‚König‘ verweist. Diese doppelte Konnotation ‚Berg‘ und ‚König‘ ist religionsgeschichtlich aufschlussreich und reflektiert die altanatolische Tradition der heiligen Berge als göttliche Wesenheiten.

Beschreibung und Ikonographie

Sarruma erscheint in Yazılıkaya Kammer A in der weiblichen Reihe neben seiner Mutter Hebat, auf einem Leoparden stehend. Er trägt kurzen Schurz, hohe Spitzhaube und eine Streitaxt. In Kammer B erscheint er in einer einzigartigen Szene: Er umarmt den Großkönig Tudḫaliya IV. mit dem rechten Arm, sein eigenes Gesicht neben dem Gesicht des Königs. Die Bildformel ist als ‚göttliche Umarmung‘ bekannt und gilt als visuelle Inkorporation des Königsschutzes.

Sein heiliges Tier ist der Leopard oder Panther, das er mit seiner Mutter Hebat teilt. In späthethitischen Reliefs aus Karkamiš und anderen Sites erscheint er häufig als schreitender junger Gott mit Axt und Stab. Auf den Königssiegeln Tudḫaliyas erscheint sein Logogramm zusammen mit dem Königsnamen, eine Bildformel der direkten Schutzgott-Bindung.

Eine Besonderheit ist seine Identifikation mit einem heiligen Berg. Berge waren im hurritischen Pantheon nicht nur Wohnsitze von Göttern, sondern Götter selbst; Sarruma war einer dieser göttlich-personifizierten Berge in Kizzuwatna. Diese Berggott-Tradition ist bei Piotr Taracha in Religions of Second Millennium Anatolia (2009) detailliert beschrieben. Die Identität von Berg und Gott ist ein archaisches anatolisches Konzept, das in der hethitischen Theologie systematisch ausgearbeitet wurde.

Die ikonographische Tradition setzt sich in den späthethitischen Stadtstaaten Karkamiš, Maraş, Malatya und Tabal bis ins späte 8. Jahrhundert v. Chr. fort. Auf den dortigen Reliefs erscheint Sarruma als schreitender junger Gott mit Axt und Stab, häufig in Begleitung des Königs. Diese ikonographische Kontinuität über das Bronzezeit-Ende hinaus ist ein Zeichen für die Persistenz der hurritisch-hethitischen Religion in den neohethitischen Stadtstaaten.

Mythologische Erzählungen

Sarruma tritt in den großen Götterepen kaum als handelnde Figur auf; er ist im ‚Lied des Ullikummi‚ anwesend, als seine Mutter Hebat ihn aus dem belagerten Tempel Kummiya retten will, aber er hat keine eigene mythologische Erzählung. Diese narrative Zurückhaltung ist typisch für Schutzgötter: Ihre Funktion liegt im Kult und in der Beziehung zum Schutzbefohlenen, nicht in der Erzählung.

In rituellen Texten erscheint er als Sohn-Gott und als Empfänger spezifischer Opfer. Die ‚Schwurformeln des Sarruma‘ sind in Vasallenverträgen erhalten; sie verbinden ihn mit Teshub und Hebat in einer Triade. Im hurritischen Festkalender bekommt er eigene Opfertage, an denen ihm vor allem Brot, Bier, Wein und Schaffleisch geopfert werden.

Religionsgeschichtlich bemerkenswert ist seine Adoption durch Tudḫaliya IV. Der König nahm Sarruma als persönlichen ‚Lieblingsgott‘ an und führte einen besonderen Hofkult ein, der in den Texten als (LÚ)SANGA Šarruma (‚Sarruma-Priester‘) belegt ist. Itamar Singer hat diese Personalisierung des Götterkults ausführlich in Hittite Prayers (2002) behandelt. Die persönliche Gott-Mensch-Beziehung der späten Reichszeit ist ein wichtiges religionsgeschichtliches Phänomen, das die abstrakte Reichsreligion durch unmittelbare Frömmigkeit ergänzte.

Eine besondere Schwurformel der Vasallenverträge mit Tudḫaliya IV. nennt Sarruma als drittes göttliches Mitglied einer hurritischen Triade nach Teshub und Hebat. Der Eidbrecher sollte ‚von Sarruma in die Berge geworfen werden‘, eine drastische Strafformel, die seine Berggott-Funktion direkt einbindet.

Kult und Verehrung

Sarrumas Hauptkultort war Kummanni in Kizzuwatna, vermutlich identisch mit dem späteren Comana Cappadociae bei Şar. Daneben gab es Sarruma-Tempel in Ḫattuša, in Šamuḫa und in einer Reihe kleinerer Sites. Der Tempel in Ḫattuša wurde unter Tudḫaliya IV. ausgebaut.

Im Festkalender hatte er als Sohn-Gott eine wichtige Stellung; an den großen Frühlings- und Herbstfesten wurden ihm Opfer dargebracht, häufig zusammen mit seinen Eltern. Joost Hazenbos hat die Priesterorganisation seines Kults in The Organization of the Anatolian Local Cults (2003) untersucht. Tudḫaliya IV. führte ein neues ‚Sarruma-Fest‘ ein, das eigens für die persönliche Verehrung des Gottes geschaffen wurde und detaillierte Ritualanweisungen umfasste.

Eine Besonderheit ist sein Status als Schutzgott des Königs in den hieroglyphen-luwischen Inschriften der späten und nachhethitischen Zeit. In Karkamiš und Maraş erscheint er als königlicher Schutzgott bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. hinein, eine eindrucksvolle Kontinuität. David Hawkins hat in Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions (2000) die luwische Sarruma-Tradition systematisch dokumentiert.

Tudḫaliya IV. erbaute zudem die Felskammer B in Yazılıkaya speziell als Sarruma-Heiligtum. Der ungewöhnlich enge Raum mit der berühmten Umarmungsszene war vermutlich ein königlicher Bestattungs- und Gedenkraum. Heinrich Otten und Kurt Bittel haben in mehreren Publikationen diese architektonisch-rituelle Funktion herausgearbeitet.

Schutzpraxis und Apotropäisches

Sarruma war Schutzgott des Königs in besonderem Maße. Auf den Königssiegeln erscheinen seine Symbole; in den ‚göttlichen Umarmungen‘ der Reliefs steht er körperlich für den Schutz. Diese Bildformel ist eine der eindrucksvollsten Schutzgeste-Darstellungen der altorientalischen Kunst.

Apotropäisch wurden Sarruma-Figurinen in den Fundamenten von Palästen und Tempeln deponiert; Bronzefiguren mit Axt und Spitzhaube sind in beträchtlicher Zahl bekannt. In den hurritischen itkahi-Schwurritualen wurde sein Name regelmäßig zusammen mit dem seiner Eltern angerufen. Volkert Haas hat in Materia Magica et Medica Hethitica (2003) die häuslichen Schutzpraktiken detailliert beschrieben.

Im privaten Bereich war Sarruma weniger präsent; er war primär Königsschutzgott. Aus religionswissenschaftlicher Perspektive ist seine ‚Hofgott‘-Funktion bemerkenswert: Er repräsentiert die Personalisierung der Götter-Mensch-Beziehung auf der höchsten politischen Ebene. Der iWell-Guard betrachtet ihn als historische Gestalt und nicht als aktuellen Schutzadressaten. Heilversprechen oder moderne spirituelle Wirkung sind nicht Teil dieser Lexikondarstellung.

Auf hethitischen Königssiegeln des 13. Jahrhunderts v. Chr. erscheinen seine Symbole, der Berg und die Axt, als persönliche Schutzformel des Königs. Die Bullae aus dem Nişantaş-Archiv von Boğazköy zeigen diese Bildformel in zahlreichen Varianten und belegen die intensive Präsenz Sarrumas in der königlichen Selbstdarstellung.

Parallelen in anderen Kulturen

Sarrumas Position als ‚Sohn-Gott‘ im Pantheon hat Parallelen zum ugaritischen Aliyan-Baal-Konstrukt, zur mesopotamischen Ninurta-Tradition und zum ägyptischen Horus-Sohn-Gott-Schema. Im phönizischen Pantheon entspricht ihm Melqart in seiner Funktion als Sohn-Gott und Stadtschutzgott.

Die Bildformel der ‚göttlichen Umarmung‘ findet sich auch in Mesopotamien und Ägypten; sie ist eine Standardform der Königsschutz-Ikonographie der Spätbronzezeit. Sarrumas Variante in Yazılıkaya ist allerdings durch die Detailtreue der Felsdarstellung außergewöhnlich.

Religionsgeschichtlich gehört Sarruma zur weit verbreiteten Familie der jungen Sohn-Götter, die im Kult der Eisenzeit eine zunehmende Rolle spielen. Mary Bachvarova hat in From Hittite to Homer (2016) auf Parallelen zum griechischen Apollon hingewiesen; auch Apollon ist Sohn-Gott und persönlicher Schutzgott mit starkem Tieraspekt. Die strukturellen Übereinstimmungen sind allerdings funktional, nicht genealogisch zu deuten.

In der späten karthagischen Religion erscheint mit Melqart, dem ‚König der Stadt‘ von Tyrus, eine funktionsverwandte Figur: junger Schutzgott einer königlichen Dynastie, mit starkem persönlichen Charakter. Sarruma steht damit in einer langen mediterranen Tradition königlicher Schutzgötter, die von Anatolien über Phönizien bis nach Karthago reicht.

Heutige Rezeption und Forschung

Die Sarruma-Forschung ist Teil der Yazılıkaya-Forschung und der hurritisch-hethitischen Religionsstudien. Wichtige Beiträge liegen vor von Kurt Bittel, Volkert Haas, Piotr Taracha und David Hawkins (für die späthethitische Tradition). Hawkins‘ Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions (2000) ist Standardreferenz für die luwische Sarruma-Tradition.

In der modernen Türkei ist Sarruma als Yazılıkaya-Ikone bescheiden präsent; die ‚göttliche Umarmung‘ wird gelegentlich als Logo lokaler Kulturinstitutionen verwendet. Eine populäre Rezeption fehlt weitgehend; eine spirituelle Wiederbelebung im neuheidnischen Sinne ist nicht zu beobachten.

Religionswissenschaftlich gilt Sarruma heute als zentraler Studienobjekt für die hethitische Königsschutzgott-Theologie und für die personale Götter-Mensch-Beziehung. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen auf der Untersuchung der späthethitischen Sarruma-Tradition in den neohethitischen Stadtstaaten, auf der Bildformel der göttlichen Umarmung und auf der Frage, wie die Hurritisierung unter Tudḫaliya IV. theologisch zu erklären ist. Der iWell-Guard verzeichnet ihn entsprechend als historisches Pantheon-Mitglied.

Eine besondere Forschungslinie verfolgt die Verbindung zwischen Sarruma und dem späteren Konzept des ‚persönlichen Gottes‘ in den neuassyrischen und neobabylonischen Texten. Die Personalisierung der Götter-Mensch-Beziehung in der späten Bronzezeit ist ein religionsgeschichtliches Phänomen, das in mehreren Kulturkreisen parallel auftritt.

Literatur und Quellen

Wichtige Standardwerke zur Sarruma-Forschung sind in der folgenden Auswahl zusammengestellt. Sie umfassen religionsgeschichtliche Synthesen, archäologische Publikationen zu Yazılıkaya und epigraphische Werke zur luwischen Tradition. David Hawkins‘ Corpus der hieroglyphen-luwischen Inschriften ist Standardreferenz für die späthethitische Tradition.

Šarruma als Schutzgott Tudhalijas IV. und das Relief 81 von Yazılıkaya

Eine der bekanntesten Einzelszenen der hethitischen Bildkunst zeigt den Gott Šarruma in einer ungewöhnlich engen Beziehung zu einem konkreten König. In einer Seitenkammer des Felsheiligtums von Yazılıkaya, der sogenannten Kammer B, steht das Relief, in dem ein größer dargestellter Gott den König Tudhalija IV. umfasst, indem er den Arm um dessen Schultern legt und dessen Hand mit seiner eigenen umschließt. Die Beischrift identifiziert den Gott als Šarruma.

Diese „Umarmungsszene“ ist religionsgeschichtlich aufschlussreich, weil sie das Verhältnis von Schutzgott und Herrscher körperlich greifbar macht. Šarruma erscheint hier als persönlicher Schutzgott Tudhalijas IV. gleichsam als sein göttlicher Beistand, der ihn führt und sichert. Es ist eine der wenigen erhaltenen altorientalischen Darstellungen, die eine so unmittelbare Berührung zwischen Gott und König zeigen.

Der Name Tudhalijas IV. erscheint in Yazılıkaya mehrfach, und die Forschung verbindet die Anlage der Kammer B mit seiner Regierung im späten 13. Jahrhundert v. Chr. Diskutiert wird, ob die Kammer eine Gedächtnis- oder Totenkultfunktion für diesen König hatte. Šarruma ist damit nicht nur ein Glied der hurritischen Götterfamilie, sondern ein Gott, der konkret im dynastischen Selbstverständnis eines bestimmten Herrschers verankert war. Die Erforschung von Yazılıkaya geht maßgeblich auf Kurt Bittel zurück.

Der Sohn des Wettergottes: Šarrumas Stellung in der hurritischen Götterfamilie

Šarruma ist in den hurritisch-hethitischen Texten fest als Sohn des Wettergottes Teššub und der Göttin Hebat verankert. Diese Dreiheit aus Vater, Mutter und Sohn bildet einen Kern des hurritisch geprägten Reichspantheons der späten Hethiterzeit und erscheint immer wieder gemeinsam in Opferlisten, Festritualen und auf den Reliefs.

Seine Herkunft liegt vermutlich im südanatolisch-nordsyrischen Raum; ein wichtiger Kultort war die Region um den Berg, dessen Name in seinem Namen anklingen könnte. In manchen Texten erscheint Šarruma selbst als Berggott, was zu der für anatolische Religion typischen engen Verbindung von Gottheiten und konkreten Bergen passt. Sein Name wird oft mit dem Bildzeichen geschrieben, und seine Ikonographie zeigt ihn gelegentlich auf einem Leoparden oder einem Berg stehend, mit der konischen Götterkappe.

Sein Aufstieg in den Reichskult hängt, wie der Hebats, mit der Förderung hurritischer Kulte durch das hethitische Königshaus des 13. Jahrhunderts zusammen, besonders durch Königin Puduhepa. Bezeichnend ist, dass Tudhalija IV. dessen persönlicher Schutzgott Šarruma war, selbst einen Namen trug, der auf einen Berg verweist, und dass in der Forschung diskutiert wird, ob der König als Kind oder Thronfolger sogar einen auf Šarruma bezogenen Namen führte. Šarruma ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie eine regionale Gottheit über dynastische Frömmigkeit in den Mittelpunkt eines Großreichkults rücken konnte. Wichtige Arbeiten zur hurritischen Religion stammen von Volkert Haas und Gernot Wilhelm.

Literatur (Auswahl)

  • Volkert Haas: Geschichte der hethitischen Religion (Leiden 1994)
  • Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia (Wiesbaden 2009)
  • Itamar Singer: Hittite Prayers (SBL 2002)
  • Kurt Bittel: Die Hethiter (München 1976)
  • David Hawkins: Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions (Berlin 2000)
  • Trevor Bryce: The Kingdom of the Hittites (Oxford 2005)

Als hethitischer Berggott und Sohn des Wettergottes Teshub steht Sarruma im mythos für die Bindung des Königs an die Götterwelt, sichtbar in den Felsreliefs von Yazılıkaya.

Verwandte Schlüsselbegriffe: Sarruma Hurriter Berggott Tudḫaliya Königsschützer göttliche Umarmung.

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