iWell Guard

Ptah, Gott der ägyptischen Tradition

Ptah ist Gott der ägyptischen Tradition.

Schöpfergott durch das Wort, Patron der Handwerker, Gott Memphis‘. Ptah schuf die Welt nicht durch Gewalt oder sexuelle Kraft, sondern durch das gesprochene Wort, sein Herz dachte, sein Mund sprach, und es ward.

Mit menschlichem Gesicht in eng anliegenden Leinentüchern und Schöpfer-Zepter ist er der intellektuelle, nicht emotionale Gott, der Planer hinter der Ordnung. Seine Werkstätte ist Memphis; seine Ingenieure bauten die Pyramiden.

Ptah ist ein ägyptischer Schöpfergott der Stadt Memphis.

Inhaltsverzeichnis

Ptah - Götter aus der Ägypten-Tradition, historisch-illustrativ
Ptah

Schnellüberblick: Ptah

Typ: Ägyptische Hauptgottheit, Schöpfergott und Patron der Handwerker
Pantheon: Ägypten (alle Dynastien, besonders Memphis-Tradition)
Funktion: Schöpfung durch das Wort, Patron der Handwerker, Architekten, Bildhauer
Hauptattribute: Mumiengestalt, blaue oder grüne Hautfarbe, Was-Djed-Anch-Zepter
Hauptkultort: Memphis (Hauptkultort, Tempel Hut-ka-Ptah; daraus der Name Aigyptos = Ägypten)
Trias: Ptah, Sechmet, Nefertem (memphitische Trias)

Kontext

Zeitraum der Texte

Ptah ist seit der frühdynastischen Zeit (ca. 2900 v. Chr.) belegt, der Hauptgott Memphis’ das von der 1. bis zum Ende des Alten Reichs (ca. 2200 v. Chr.) Hauptstadt Ägyptens war.

Hauptblütezeit der Ptah-Theologie: Memphitische Theologie (Schabaka-Stein, ca. 700 v. Chr. aber kopiert von einem Original aus dem Alten Reich), in dieser Schöpfungstheologie erschafft Ptah die Welt durch Gedanken (Herz) und Wort (Zunge), eine bemerkenswert „intellektuelle“ Schöpfungslehre, die christliche und johanneische LogosTheologie vorwegnimmt. Mit der griechischen Synkretisierung als Hephaistos identifiziert.

Verbreitungsraum

Hauptkultort war Memphis (heute Mit Rahina) mit dem Tempel Hut-ka-Ptah („Haus des Ka des Ptah“), einer der größten und ältesten Tempel-Komplexe Ägyptens.

Aus der griechischen Aussprache Aigyptos dieses Tempelnamens entsteht der Name „Ägypten“. Daneben Apis-Tempel (Apis-Stier als Ptahs lebendiges Bild), Heliopolis (Tempel-Anbau), Theben (sekundär). In hellenistischer Zeit Apis-Stier als Hauptkult-Symbol; aus Apis-Osiris-Synkretismus entsteht der ptolemäische Hauptgott Serapis.

Quellenlage

Zentrale Quellen: Schabaka-Stein (Memphitische Theologie, British Museum EA 498), Pyramidentexte, Sargtexte, Inschriften aus dem Hut-ka-Ptah-Tempel, Apis-Stelen aus Sakkara. Sekundärliteratur: Sandman Holmberg, The God Ptah (Standardwerk); Erman, Die Religion der Ägypter; Bonnet, Reallexikon; Wilkinson, Complete Gods and Goddesses.

Bezeichnung und Schreibweisen

Ptah wird als mümmifizierter Mann dargestellt, in enge Leinentücher gewickelt, oft mit blauem Bart. Er trägt ein Zepter, das aus drei Symbolen besteht: dem Ankh (Leben), dem Uas (Macht) und dem Djed-Pfeiler (Stabilität).

Manchmal hält er ein Werkzeug, die Wag-Waage oder einen Hammer. Sein Haupt ist manchmal mit einer Krone (dem AtenSymbol oder der Atef-Krone) geschmückt. Er wird selten mit Tiermerkmalen gezeigt, seine Kraft ist abstrakt und intellektuell.

Charakteristika

Ptah schuf die Welt und alle Dinge durch sein Herz (Intellekt) und sein Wort (Logos). Diese Theologie ist einzigartig in der ägyptischen Mythologie, nicht Atum, nicht Ra, sondern Ptah ist der erste Gedanke. Handwerker und Architekten beteten zu Ptah.

Der Memphis-Tempel war riesig und reich. Pharaonen (besonders Thutmose III.) betitelten sich als «Ptah-geliebte» Herrscher. Im Neuen Reich wurden Statuen und Tempel in Erinnerung an die alte Memphis-Theologie errichtet. Priester-Schreiber dokumentierten die Mythen und Rituale Ptahs in Papyri.

Erscheinung und Symbolik

Ptah wird dargestellt als mumifiziert, in enger Bekleidung, mit einer glatten, eng anliegenden Kappe und einem langen Bart. In seiner Hand hält er das Ankh-Kreuz und das Djed-Säulen-Szepter, Symbole des ewigen Lebens und der Stabilität.

Seine Augen sind durchdringend, da er alles sieht und schafft. Die Farbe seines Körpers ist oft grün oder gold. Ein Skarabäus repräsentiert seinen schöpferischen Prozess, wie das Insekt die Sonne mit sich trägt, trägt Ptah die Schöpfung.

Steckbrief: Ptah

Die wichtigsten Aspekte von Ptah auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und kulturelle Parallelen zusammen.

Ursprung

Ptah ist in der memphitischen Theologie der Schöpfer schlechthin: er denkt die Welt mit dem Herzen und spricht sie aus mit der Zunge.

Gemahl der Sechmet (löwenköpfige Kriegs- und Heilgöttin), Vater des Lotos-Gottes Nefertem, gemeinsam die memphitische Trias. In späteren Traditionen Vater des Imhotep (historisch der Architekt der Stufenpyramide, später zum Heilgott vergottet, mit dem griechischen Asklepios identifiziert).

Bezogen auf

Schöpfergott durch Wort und Gedanken, einzigartig in der Welt-Mythologie als „intellektueller“ Schöpfer (im Gegensatz zu Atums sexueller Schöpfung in Heliopolis). Patron aller Handwerker: Bildhauer, Architekten, Goldschmiede, Schreiner. Im persönlichen Kult Anrufung um Erfolg in Handwerker-Berufen, um Heilung (durch Imhoteps medizinische Tradition), um Schutz vor Katastrophen.

Erscheinungsbild

Anthropomorph als Mumiengestalt, mit eng anliegender Mumienbinde, blaue oder grüne Hautfarbe (Symbol der Wiedergeburt und Vegetationsfruchtbarkeit). Auf dem Kopf eine eng-anliegende glatte Schädelkappe. In der Hand das Was-Djed-Anch-Zepter, Kombination aus Was-Stab (Macht), Djed-Pfeiler (Stabilität) und Anch (Leben).

Bart, gerade abgeschnitten. Auf einer Plattform stehend (Symbol der kosmischen Ordnung). Häufig in einer Cella eingeschlossen dargestellt, im Gegensatz zu den meisten Göttern, die in der Welt agieren, ist Ptah der zurückhaltende Schöpfer.

Funktion

Wirkungsbereich: Ptah wurde von Handwerkern und Architekten täglich angerufen. Im Hut-ka-Ptah-Tempel war der lebende Apis-Stier sein heiliges Tier, ein perfekt gezüchteter Stier (mit bestimmten weißen Markierungen), der als Ptahs Manifestation verehrt wurde.

Beim Tod jedes Apis-Stiers große Trauerfeier; sein Mumie wurde im Serapeum von Sakkara beigesetzt. In der Spätzeit zog das Serapeum tausende Pilger an. Im persönlichen Kult Anrufung um Erfolg in Handwerker-Berufen.

Schutzmittel

Was-Djed-Anch-Zepter (Hauptattribut), Mumienbinde, Schädelkappe, blaue/grüne Hautfarbe, Apis-Stier (heiliges Tier), Plattform (kosmische Ordnung). Heilige Pflanzen: Persea-Baum. Heilige Zahl: keine spezifische.

Pendants

Hephaistos (Griechenland, Schmied- und Handwerker-Gott, hellenistisch synkretisiert), Vulcanus (Rom, durch Hephaistos vermittelt), Tvaṣṭṛ (Hinduismus, vedischer Architekt-Gott), Vishvakarman (Hinduismus, Götter-Architekt), Goibniu (Keltisch, Schmied), Ilmarinen (Finnisch, Schöpfer-Schmied im Kalevala). Der Schabaka-Stein-Logos hat eine bemerkenswerte parallel zur johanneischen Logos-Theologie (Joh 1: „Im Anfang war das Wort“) und zur stoischen Logos-Lehre.

Schutzpraxis

Verehrung im Alltag

Rituale und Anrufungen
Im Mittelpunkt stand der Tempelkult von Memphis. Der Apis-Stier wurde als lebendiges Kultzeichen des Ptah verehrt. Als Schutzgott der Handwerker genoss Ptah eine besondere Frömmigkeit in den Werkstätten.

Beschwörungen und Anrufungen

Textüberlieferung und Formeln
Die Memphitische Theologie auf dem Schabaka-Stein stellt Ptah als Schöpfer durch Herz und Zunge dar. Pyramidentexte und Ptah-Hymnen ergänzen die Überlieferung des Memphitischen Hauptgottes.

Amulette und Schutzsymbole

Materielle Apotropäika und archäologische Belege
Verbreitet waren Ptah-Pataikos-Amulette in Zwergengestalt, die besonders Kinder vor gefährlichen Tieren schützen sollten, sowie Ptah-Figuren aus Fayence aus Tempel– und Grabkontexten.

Ptah, Parallelen in anderen Kulturen

Ptah ähnelt dem jüdisch-christlichen Gott (Schöpfung durch das Wort), dem griechischen Nous (Intellekt), dem Brahman (Hinduismus). Das Konzept der Schöpfung durch Gedanke und Rede ist universal; Ptah ist eine besonders frühe und systematische Ausformung. Seine Rolle als Patron der Handwerker ähnelt Hephaestus (Griechenland), Odin-als-Kunsthandwerker (Skandinavien).

Der Denkmal memphitischer Theologie

Die theologisch anspruchsvollste Quelle zu Ptah ist ein Text, der in der Forschung als Denkmal memphitischer Theologie bekannt ist. Er ist auf einer Steinplatte überliefert, die der König Schabaka in der fünfundzwanzigsten Dynastie anfertigen ließ. Eine Notiz auf dem Stein behauptet, der Text sei von einer wurmzerfressenen älteren Vorlage abgeschrieben worden.

Wie alt der Inhalt tatsächlich ist, war lange umstritten. Während ein Teil der älteren Forschung von einer sehr frühen Entstehung ausging, neigt die neuere Diskussion eher dazu, den Text als ein Werk des ersten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung anzusehen, das ältere Vorstellungen aufgreift und gelehrt zusammenfasst.

Inhaltlich entwirft der Text eine Schöpfungslehre, in der Ptah die zentrale Rolle spielt. Anders als in Schöpfungserzählungen, in denen die Welt durch körperliche Akte oder durch das Wirken des Sonnengottes entsteht, schafft Ptah hier durch Herz und Zunge, also durch Gedanke und Wort.

Was Ptah denkt und ausspricht, wird wirklich. Der Text ordnet ihm auf diese Weise die anderen Götter und die geordnete Welt unter, ohne sie zu verleugnen: Sie sind gleichsam Verwirklichungen dessen, was Ptah ersann und benannte.

Dieser Text hat in der Religionsgeschichte besondere Aufmerksamkeit gefunden, weil die Idee einer Weltschöpfung durch das Wort an Vorstellungen erinnert, die auch in anderen Traditionen begegnen.

Solche Vergleiche sind mit Zurückhaltung zu führen, da ähnliche Gedanken unabhängig entstehen können. Sicher ist, dass der memphitische Text ein hohes Maß an theologischer Reflexion zeigt und Ptah als einen Schöpfergott darstellt, dessen Wirken im Geistigen ansetzt.

Ptah, die Handwerker und der Hohepriester von Memphis

Ptah galt als der Gott der Handwerker, der Bildhauer, Metallarbeiter und Bauleute. Diese Zuständigkeit hängt eng mit seiner Schöpferrolle zusammen: Wer die Welt formt, ist auch der Schutzherr derer, die Materie bearbeiten und gestalten. In Memphis, dem alten Verwaltungs- und Handwerkszentrum Ägyptens, war diese Verbindung im Kult fest verankert.

Der Hohepriester des Ptah in Memphis trug einen bezeichnenden Titel, der oft mit Oberster der Leiter des Handwerks oder ähnlich wiedergegeben wird. Damit war das höchste Priesteramt zugleich mit einer Aufsicht über das Kunsthandwerk verbunden.

Die memphitischen Werkstätten genossen hohes Ansehen, und Ptah als ihr Gott hatte daran Anteil. In manchen Texten erscheint er auch als derjenige, der die kostbaren Materialien und die Fertigkeiten verlieh, mit denen Tempel und Kultbilder hergestellt wurden.

Aus dieser handwerklichen Sphäre stammt vermutlich auch eine sprachgeschichtlich vieldiskutierte Beobachtung. Einer der Namen des Ptah-Tempels in Memphis lautete in einer Form, die das ägyptische Wort für die Seele des Ptah enthält.

Aus dieser Bezeichnung leitet ein Teil der Forschung den griechischen Namen Aigyptos und damit unser Wort Ägypten ab. Diese Herleitung gilt als plausibel, ist aber nicht völlig gesichert.

Sicher ist dagegen, dass Memphis als Stadt des Ptah über lange Zeit eine der wichtigsten Metropolen des Landes war und dass der Handwerksgott damit im Herzen der ägyptischen Hochkultur stand.

Ptah-Sokar-Osiris: die Verbindung mit der Unterwelt

Im Lauf der ägyptischen Religionsgeschichte verband sich Ptah mit anderen Göttern zu zusammengesetzten Gestalten. Besonders bedeutsam ist die Verschmelzung mit dem memphitischen Totengott Sokar und mit Osiris, dem Herrn der Unterwelt, zu der Dreiheitsgestalt Ptah-Sokar-Osiris. In dieser Verbindung verband sich Ptahs Schöpferkraft mit den Vorstellungen von Tod, Erneuerung und Fortleben.

Sichtbar wird diese Gestalt vor allem in einer eigenen Gruppe von Grabbeigaben, den sogenannten Ptah-Sokar-Osiris-Statuetten. Sie sind aus der Spätzeit in großer Zahl erhalten, meist als bemalte Holzfiguren in mumiengestaltiger Form, oft auf einem Sockel, der manchmal als Hohlraum für einen Papyrus oder Textstreifen diente.

Diese Figuren wurden den Toten ins Grab gelegt und sollten am Schutz und an der Erneuerung des Verstorbenen Anteil geben.

Die Existenz einer solchen mit der Unterwelt verbundenen Gestalt zeigt, dass Ptah nicht auf die Rolle des Welt- und Handwerksgottes festgelegt blieb. Die ägyptische Religion neigte dazu, Götter durch Verbindung und Angleichung in neue Zusammenhänge zu stellen, ohne dass die ursprünglichen Gestalten dadurch verschwanden.

Ptah konnte so zugleich der Schöpfer durch das Wort, der Schutzherr der Handwerker und ein Teil der Götterwelt der Toten sein. Diese Mehrschichtigkeit ist kein Widerspruch, sondern entspricht der Arbeitsweise des ägyptischen religiösen Denkens, das verschiedene Aspekte einer Macht nebeneinander bestehen ließ. Eng verbunden mit dieser Sphäre ist Osiris.

Quellen und Literatur

  • Sandman Holmberg, Maj: The God Ptah. Lund 1946 (Standardwerk).
  • Erman, Adolf: Die Religion der Ägypter. Berlin 1934.
  • Junker, Hermann: Die Götterlehre von Memphis. Berlin 1940 (Schabaka-Stein-Kommentar).
  • Walde, Christine (Hg.): Der Neue Pauly (Lemma „Ptah“).

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Häufige Fragen zu Ptah

Wer war Ptah in der ägyptischen Mythologie?

Ptah war der Hauptgott von Memphis, der ältesten Hauptstadt Ägyptens, Gott der Handwerker, Architekten und der Schöpfung durch das Wort. Er wird typisch in mumifizierter Form dargestellt mit grünem Gesicht (oder schwarzer Haut), einer engen Kopfbedeckung und einem zusammengesetzten Zepter (Was, Djed, Ankh).

In der memphitischen Theologie (Schabaka-Stein, etwa 700 v. Chr.) ist Ptah der höchste Schöpfergott, er erschafft die Welt nicht durch körperliches Handeln, sondern durch Denken im Herzen und Sprechen mit der Zunge.

Was ist die Bedeutung der memphitischen Theologie?

Die memphitische Theologie ist einer der eindrucksvollsten religionsphilosophischen Texte der Antike. Sie beschreibt eine Logos-Theologie etwa 2500 Jahre vor dem Johannes-Evangelium: Ptah schafft die Welt durch das Denken (Herz) und das Aussprechen (Zunge) der Schöpfungsworte.

Die übrigen Götter sind nur Aspekte oder Diener Ptahs. Diese intellektuelle Schöpfungstheologie hatte direkten Einfluss auf die griechische Philosophie (Logos-Begriff) und über den hellenistischen Mittelplatonismus auch auf das frühe Christentum. Der Schabaka-Stein liegt heute im British Museum.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

iWell Guard

Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.

Alle Schutzmittel im Überblick →